Mühldorf – Einstimmig hat sich der Bauausschuss für die überarbeitete Planung des Wohngebiets an der Eichkapelle ausgesprochen. Die wichtigsten Änderungen: Weniger Wohnungen, mehr Grün, eine Extrastraße für die Bauzeit. Allerdings blieben auch Wünsche offen. Das neue Baugebiet soll in seinen Grundzügen so aussehen, wie es die Stadt ursprünglich geplant hat. Das betonte Bürgermeisterin Marianne Zollner vor dem Bauausschuss. Dazu gehören verschiedene Hausgrößen und -formen, die Rücksichtnahme auf historisch gewachsene Elemente wie die Eichkapelle, ein Grenzstein oder eine Sichtachse zum Turm in der Eichfeldsiedlung. Gleichzeitig geht die Stadt nach ihren Angaben auf die zahlreichen Einwände von Nachbarn ein, die sich auf fast 100 Seiten mit konkreten Befürchtungen und Forderungen an die Stadt gewandt haben. „Es hat sehr lange gedauert, bis wir den Bebauungsplan wieder vorlegen, weil es sehr viele Bedenken und Einwendungen gab. Die haben wir mit Fachleuten diskutiert und jetzt eingearbeitet. Wir haben sie sehr ernst genommen“, sagte Zollner. Im Norden und Süden gibt es zusätzliche öffentliche Grünflächen. Auch die Eichkappelle soll sichtbarer bleiben, in dem die Zufahrtsstraße etwas von ihr abrückt. Während der Bauzeit wird das Gebiet über eine Baustraße von Osten erschlossen. Baumfirmen sollen vertraglich verpflichtet werden, die benachbarten Baugebiete zum meiden. Im Norden und Süden wird die Zahl der Häuser reduziert, an ihrer Stelle entstehen Grünflächen. Im Zentrum des Baugebiets wird eine Reihe Mehrfamilienhäuser durch Ein- oder Zweifamilienhäuser ersetzt. Wie viele Menschen nach den Änderungen im Bebauungsplan dort leben werden, kann Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner noch nicht sagen. Eine Berechnung erfolgt, wenn auch der Stadtrat den jetzigen Plänen zugestimmt hat. Einen Riegel aus mehrstöckigen Häusern soll es nicht geben, erlaubt sind nur einzeln stehende mehrstöckige Häuser. Weichselgartner dankte ausdrücklich für die Hinweise der Anwohner, die vor der im alten Plan möglichen Riegelbauweise gewarnt haben. Grundsätzlich verteidigte sie das Konzept des Baugebiets. „Die Durchmischung verschiedener Wohnformen sehen wir als etwas Positives.“ An der Eichkapelle wird es Wohnungen, kleine Häuser auf kleinen Flächen und größere Einfamilienhäuser geben. Verkehr Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner legte die Ergebnisse des Verkehrsgutachtens vor. Es zeigt nach ihren Angaben, dass die Grenzwerte für die Straßen in den benachbarten Wohngebieten weit unter den zulässigen Grenzwerten bleiben werden. Die Werte laut Gutachten: o gesetzlicher Grenzwert für Wohnstraßen: 400 Autos pro Stunde. o tatsächliche Belastung der Straßen in den benachbarten Wohngebieten: 100 bis 600 pro Tag. o erwartete Verkehrsbelastung: Konradstraße: 1450 am Tag, Matthäus-Lang-Straße 900 Autos pro Tag. Weichselgartner betonte, dass dabei „von der Maximalbelegung des bisherigen Planungsstands“ ausgegangen worden sei. Nach der neuen Planung würden dort deutlich weniger Menschen wohnen. Diskussion Das Thema Verkehrserschließung dürfte nicht nur für die Bauzeit, sondern auch in den Jahren danach eine zentrale Rolle spielen. Bürgermeisterin Zollner verwies zwar erneut auf die Möglichkeit, das Wohngebiet nach Osten in Richtung über die Töginger Straße und die Innkanalbrücke in Richtung Nordumfahrung zu verlassen; sie räumte aber ein, dass die dafür notwendigen Straßen weder südlich noch nördlich des Innkanals fertig gestellt seien. Zollner betonte aber: „Unser Ziel ist es, dass die Straße fertig ist, sobald da Leute einziehen.“ Josef Wimmer (SPD) lobte die Einrichtung einer Baustraße, dadurch würden viele Bedenken zerstreut. CSU-Fraktionssprecher Oskar Stoiber wies auf die Befürchtung hin, dass die Verkehrsbelastung zu hoch werde. Franz Essl (FM) sprach von einer „markanten Erhöhung“ des Verkehrs. Rupert Rigam (CSU) sprach sich für eine zusätzliche Straße nach Osten aus, um den Verkehr aus den Siedlungsstraßen herauszuhalten. „Wir brauchen dauerhaft eine Verbindung nach Osten.“ Als nicht geregelt bezeichnete Oskar Rau (Grüne) die Verkehrserschließung. „Es hängt auch davon ab, ob wir unser öffentliches Bus-System so anpassen können, dass nicht mehr Verkehr kommt, als von den Gutachtern prognostiziert.“ Abschließend berät der Stadtrat am 29. November.