Mit zwei neuen persönlichen Bestleistungen kehrten Benjamin Werndl aus Aubenhausen und sein Spitzenpferd Daily Mirror (kurz auch „Ken“ genannt) )von ihrem dritten Weltcup-Turnier im Rahmen der Stuttgart German Masters zurück. Bereits im Grand Prix überzeugte das elegante Paar aus Aubenhausen mit zahlreichen Höhepunkten und kam in einem Weltklasse-Starterfeld auf den sechsten Platz. Die von den fünf Richtern vergebenen 74,58 Prozent waren sein bisher bestes internationales Prüfungsergebnis.
In der Kür legten der 34-jährige Bundeskader-Reiter und der ganggewaltige 14-jährige westfälische Damon Hill-Sohn noch eine Schippe drauf. Begleitet vom rhythmischen Klatschen des begeisterten Publikums verließen sie mit 80,340 Prozent die Schleyerhalle. „Ich habe in den letzten Wochen an den Details gearbeitet und konnte alles so umsetzen, wie ich es mir vorgestellt habe. Zum ersten Mal in dieser 80-Prozent-Liga zu sein, ist für mich sehr besonders – das ist ein Meilenstein“, findet Werndl.
Nach seinem siegreichen Weltcup-Einstieg in Budapest und dem fünften Platz bei der extrem stark besetzten Qualifikation in Stuttgart liegt Benjamin Werndl im Gesamtranking der Western European Ligue derzeit mit 45 Punkten hinter Dorothee Schneider (50 Punkte) auf Platz zwei. Allerdings dürfen neben Isabell Werth, die als Titelverteidigerin quasi gesetzt ist, nur zwei weitere Deutsche am Weltcup-Finale in Göteborg teilnehmen. Werndls stärkste Konkurrentin dürfte Helen Langehanenberg sein. Auch Fabienne Müller-Lütkemeier hat bereits Punkte gesammelt und die Gelegenheit, bei insgesamt sieben weiteren Stationen ihr Konto weiter aufzufüllen. Werndl plant den nächsten Weltcup-Start mit „Ken“ am zweiten Dezemberwochenende in Salzburg.
Während ihr Bruder in der Weltcup-Tour brillierte, freute sich Team-Weltmeisterin Jessica von Bredow-Werndl mit Zaire über Top-Platzierungen in der klassischen Turniertour, den German Dressage Masters. Ihre 14-jährige niederländische Son de Niro-Tochter zeigte sich nach dreimonatiger Turnierpause nervenstark und in sehr guter Verfassung. Die schwierige Hallenatmosphäre in Stuttgart schien der hochsensiblen Ballerina diesmal wenig auszumachen. Sowohl der Grand Prix als auch der Grand Prix Special gelangen mit viel Ausdruck und zahlreichen Höhepunkten. „Ich bin sehr zufrieden. Früher überwog bei Zaire öfter der Wahnsinn. Mit zunehmendem Alter kommt das Genie immer mehr durch“, erklärte von Bredow-Werndl. Im Grand Prix platzierte sich die Team-Weltmeisterin hinter ihrer Mannschaftskameradin Isabell Werth mit Emilio als Zweite. Im Spezial schob sich Mannschaftskameradin Dorothee Schneider mit Nachwuchspferd Faustus dazwischen.
Am Wochenende stehen die Munich Indoors, das internationale Hallenreitturnier in der Olympiahalle, für die Werndl-Geschwister auf dem Programm. Benjamin Werndl wird mit seinem Nachwuchspferd Famoso im Grand Prix und im Special starten, um sich auf das Finale des Louisdor Preises in Frankfurt vorzubereiten. Jessica von Bredow-Werndl plant eine Überraschung für die Show am Samstagabend. sn