Gütersloh – Direkthilfen vom Staat für arme Familien kommen laut einer Studie tatsächlich den Kindern zugute. Das Vorurteil, dass ein Plus dieser Hilfen von den Eltern für Alkohol, Tabak oder Unterhaltungselektronik ausgegeben werde, ist laut Bertelsmann-Stiftung falsch. Nach einer am Mittwoch vorgestellten Untersuchung kämen die Hilfen direkt bei den Kindern an. Im Auftrag der Stiftung hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung untersucht, wie sich Kinder- und Landeserziehungsgeld auf das Ausgabeverhalten von Familien auswirken.
So gaben bei einer fiktiven Erhöhung des Kindergeldes um 100 Euro die Familien 14 Euro mehr für die Miete aus, um mehr Platz zu haben. Ein Anstieg beim Zigarettenkonsum ist seit 2008 nicht mehr nachweisbar. Auch habe die Höhe des Kindergeldes keinen Einfluss auf den Alkoholkonsum. Dafür steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder in einer Kita betreut werden. Auch steigt der Anteil der Kinder, die an Musikerziehung oder am Turnen teilnehmen. Zudem zeigt die Analyse, dass Eltern wegen des Kindergeldes nicht ihre Arbeitszeit reduzieren.
Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, sagte dazu: „Direkte finanzielle Leistungen für Familien sind sinnvoller als aufwendig zu beantragende Sachleistungen.“