Aubenhausen – Kurz vor dem Weltcup-Finale Dressur musste Dorothee Schneider ihre Teilnahme absagen. Ihr Pferd Sammy Davis jr., mit dem sie im vergangenen Jahr Team-Weltmeisterin in Tryon/USA geworden war, sei nach einem Infekt noch nicht wieder voll belastbar, erklärte sie. Schneiders Startplatz geht nun an Benjamin Werndl mit dem 15-jährigen Damon Hill-Sohn Daily Mirror. Ich freue mich riesig, dass wir nun doch in Göteborg dabei sein dürfen“, so der 34-jährige Kaderreiter. Von Bundestrainerin Monica Theodorescu gab es Lob bei der Jahrespressekonferenz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN): „Er ist ein ausgezeichneter Reiter, er bildet die Pferde toll aus und hat auch aus diesem Pferd (Daily Mirror) sehr viel gemacht.“
Nach der letzten Qualifikation im niederländischen s’-Hertogenbosch schien es zunächst, als würde sich der Traum vom ersten Weltcup-Finale für Werndl noch nicht erfüllen. Als Dritter in der Gesamtwertung der Westeuropa-Liga hinter Helen Langehanenberg und Dorothee Schneider hatte er einen Startplatz ganz knapp verpasst. Pro Nation sind nur drei Reiter startberechtigt, Isabell Werth war als Titelverteidigerin bereits gesetzt.
Der Aubenhausener tröstete sich damit, dass seine erste konsequent durchgerittene Weltcup-Saison kaum besser hätte laufen können. Mit seinen Siegen bei den Qualifikationen in Budapest und Salzburg sowie vorderen Platzierungen in Herning, Stuttgart, Neumünster und zuletzt s’-Hertogenbosch konnte er sich mit Daily Mirror auf den 21. Platz der Weltrangliste vorarbeiten. Jetzt klappt es für ihn und den grandiosen Rappen, den ihm die Schweizerin Flora Keller zur Verfügung stellt, doch noch. Über die Premiere des Paares im Weltcup-Finale freut sich Werndls Schwester besonders. „Die beiden haben es so was von verdient“, findet Team-Weltmeisterin Jessica von Bredow-Werndl. Sie selbst hatte in dieser Saison auf den Weltcup verzichtet, um sich gezielt auf die diesjährigen Europameisterschaften vorzubereiten.
Im schwedischen Göteborg treffen Benjamin Werndl und sein vierbeiniger Partner auf eine überaus starke Konkurrenz. Multi-Championesse Isabell Werth, Weltcup-Siegerin 2017 und 2018, hat die Chance, den Titel zum dritten Mal in Folge mit Weihegold OLD zu gewinnen. Aber auch etliche andere der insgesamt 18 Finalisten, allen voran Paare aus den USA, Dänemark, Schweden sowie Helen Langehanenberg mit Damsey, werden als Medaillenanwärter gehandelt.
Werndl hat als Debütant den Vorteil, ohne Erwartungsdruck reiten zu können. „Ich freue mich über die Möglichkeit, mich reiterlich weiter zu entwickeln und versuche das umzusetzen, was ich mir vorgenommen habe“, sagt er. Schon am Dienstag fuhr der Pferde-Lkw gen Norden los. Nach einem Zwischenstopp nahe Hannover werden Daily Mirror und Werndl am Mittwoch in Göteborg erwartet.
Viel Zeit um sich einzugewöhnen bleibt den Beiden nicht. Der Grand Prix, die Einlaufprüfung, beginnt Freitagmittag. Das Weltcup-Finale, eine Grand Prix-Kür, findet am Samstagnachmittag statt. sn