Wasserburg – Im Werkausschuss herrschte Einigkeit zum Antrag der Grünen: Ein Verleihsystem für Cargobikes, also Lastenfahrrädern mit Elektromotor, ist eine gute Sache für die Stadt und am besten als Nebengeschäft bei den Stadtwerken angegliedert. Gut fand auch Stadtwerkleiter Marius Regler die Anregung auf einen Lastenrad-Verleih in Wasserburg. Wie die Grünen in ihrer Begründung für ihren Antrag, verwies auch er nicht zuletzt auf den Maßnahmenkatalog des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK). Das zeige unter anderem auf, dass es ein großes Potenzial für E-Bikes wie auch für Lastenfahrräder in Wasserburg gebe, letztere schon wegen der Berge von der Stadt hinauf zu den Einkaufsmärkten. Die Anschaffungskosten seien überschaubar, funktionieren würde das allerdings nur, wenn vollautomatisch gebucht werden könne. Und aus seiner Sicht, sollte es ein Gesamtkonzept geben für E-Bikes, E-Autos, E-Lastenräder samt einem Plan für Orte im Stadtbereich für das Aufladen. „Wir gehen das strukturiert an und entwickeln ein Konzept, das in der nächsten Werkausschusssitzung vorgestellt wird“, so der Leiter der Stadtwerke. Christian Stadler (Grüne/ Bündnis90) hat seit über zehn Jahren Erfahrung mit den Auto-Teilern, weiß, dass viele Ausleiher den Wagen nur für kurze Strecken zum Einkaufen nutzen, was nicht richtig sei, denn es gehe darum, das Autofahren zu reduzieren. Für solche Einkäufe ein- oder zweimal in der Woche seien Cargobikes im Verleih wie geschaffen. „Ich kennen Leute, die würden das gerne nutzen. Wir halten ein stationsbasiertes Bikesharing-System für eine sinnvolle Ergänzung zum Carsharing-Angebot“. Dieses ist in Wasserburg auf Vereinsbasis organisiert. Stadler machte aber auch deutlich, dass Lastenfahrräder vor dem Elektroauto deutliche Priorität haben sollten. Eine Randerscheinung zum Carsharing sollte das nicht sein. Und: „Ganz klar müsse die Organisation Stationen-orientiert sein. Die Leute müssen wissen, wann sie wo das Rad leihen können“. So richtig einverstanden war nicht mit dem App-Bezahlungssystem. „Auch Nicht-Smartphone-Besitzer sollten die Leihmöglichkeit haben“, monierte er. Dr. Christine Mayerhofer (SPD) pflichtet Stadler bei, dass die Lastenräder definitiv keine Randerscheinung in Sachen E-Mobilität sein dürfe. Sie wünschte sich ein Konzept mit eine Kombination aus mehreren Möglichkeiten. Zur Kombination der E-Mobilitätsmöglichkeiten meinte Stadler, E-Bikesharing seit gut, aber, einmal auf den Geschmack eines E-Rads gekommen, glaubt er, dass sich einige doch ein eigenes E-Bike leisten, das an die Person angepasst werden könne, im Gegensatz zum teureren Cargobike. Marlene Hof-Hippke (SPD) glaubt, dass es einen Bedarf für Cargobikes in Wasserburg gibt, und zwar für Jüngere wie für Ältere. „Man sollte das versuchen, ich kann mir vorstellen, dass das erfolgreich ist“. Lenz Huber (Bürgerforum, sprach sich ebenfalls für die primäre Konzentration auf Cargobikes aus. Er meinte, es sei wichtig, dass Stationen auch in Attel und, „ganz wichtig“, am Bahnhof in Reitmehring sind, um nach Staudham zu den Einkaufsmärkten zu kommen. „Das ist ein wichtiger Faktor für Reitmehring“. „Eine gute Idee zum Einstieg, das Lastenrad ist eine gute Alternative“, so Georg Machl (CSU). „Ich bin dafür, das auszuprobieren“. Der Beschluss war einstimmig. Als nächster Schritt soll das Konzept aus Diskussionsgrundlage für weitere Schritte für die E-Mobilität in Wasserburg ausgearbeitet werden, mit Focus auf dem Cargobike.