Bad Aibling – „Harthausen Ost“ heißt ab sofort der Bebauungsplan, der das künftige Areal der heutigen Schön-Klinik Harthausen umfasst. Dort entstehen ein urbanes Mischgebiet sowie ein allgemeines Wohngebiet mit rund 100 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern und Geschäften. Nägel mit Köpfen für die vorgezogene Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden machten die kommunalpolitischen Gremien der Stadt Bad Aibling für den Bebauungsplan „Harthausen Ost“. Unter Ausschluss von Bürgermeister Felix Schwaller und Elisabeth Geßner (beide CSU) als Nachbarn. Auf dem Gelände zischen Schwimmbadstraße und Schön Klinik Harthausen wird ein neues Viertel entstehen.
Einhellig erfolgte bereits die Umbenennung des Bebauungsplans von „Nördlich des Dr.-Wilhelm-Knarr-Weges“ in „Harthausen Ost“. Für das „Urbane Mischgebiet“ (MU) wurde zudem der Lärmgrenzwert eines Mischgebiets von 60 Dezibel (dbA) festgesetzt. Ziel des Bebauungsplanes ist wie berichtet – die Umgestaltung des Klinikbereichs von Sondergebiet Kur in das urbane Mischgebiet und ein Wohngebiet. Dazu wird auch der dazugehörige Flächennutzungsplan umgeschrieben. Rund 100 Wohnungen entstehen in 19 Häusern auf dem insgesamt 23 400 Quadratmeter großen Areal. Sieben Gebäude entstehen davon im urbanen Gebiet an der Harthauser Straße. Dort ziehen neben Wohnungen und Büros ein. Ebenfalls angedacht sind dort ein Kindergarten und ein Gastronomiebetrieb. Ein Gebäude im urbanen Gebiet ist überdies fünfstöckig geplant. Die Mehrfamilienhäuser sind drei- bis vierstöckig eingezeichnet. Die Geschosse liegen dabei deutlich unter der Höhenentwicklung des bestehenden Klinikgebäudes. In einem städtebaulichen Vertrag ist dem Bauausschuss zufolge zu regeln, dass ein sogenanntes Aiblinger Modell zum Tragen kommt, wonach 30 Prozent der Wohnungen von der Stadt Bad Aibling vergeben werden dürfen.
Parallel dazu wird neben dem Bebauungsplan auch eine integrierte Grünordnung aufgestellt. Das Architekturbüro Petzenhammer sowie die TRR Landschaftsarchitekten Ritz und Ließmann haben das Gebiet geplant und in zahlreichen Sitzungen überplant und abgeändert, bis es den jetzigen Ist-Zustand erlangt hat und zu der jetzt die Träger öffentlicher Belange Stellung beziehen sollen. Das Baugebiet liegt östlich der Harthauser Straße und wird südlich vom Dr.-Wilhelm-Knarr-Weg mit einem Wendeplatz begrenzt. Die nördliche und östliche Grundstücksfläche enden in der freien Landschaft. Außerdem teilte die Verwaltung dem Bauausschuss in jüngster Sitzung mit, dass eine Erklärung zur Übernahme der Kosten bereits vorliegt. Mit Schreiben vom 21. März hatte die Chiemgau Residenzen Bad Aibling GmbH & Co. KG mitgeteilt, dass sie vorab verbindlich die Übernahme aller Kosten im Rahmen des noch abzuschließenden Kostenübernahmevertrags bestätigt und bat um zeitnahe Überlassung dieses Vertrags zur Unterzeichnung. „Jetzt liegt es an der Verwaltung diesen schnellst möglich auszuarbeiten und der GmbH zukommen zu lassen“, forderte Zweiter Bürgermeister Erwin Kühnel, der zu diesem Punkt die Sitzung leitete. Das Bauleitplanverfahren werde juristisch von Prof. Dr. Ferdinand Kuchler begleitet. Mit 7:3 Stimmen empfahl der Bauausschuss die erörterte Vorgehensweise nun dem Stadtrat. Dieser hat das letzte Wort und kann – bei einem positiven Ergebnis – die Verwaltung mit der vorgezogene Offenlage beauftragen. Allerdings wird ein Punkt im Plan noch entfernt: die Umgrenzung für Tiefgaragen. „Hier bestehen laut Planerin noch zu viele Unklarheiten in der genauen Planung. Da es auch in dem vergleichbaren Verfahren ,Ellmosener Wies’ keine Eintragung hierzu gäbe, würde man sich auch hier den Verlauf gerne noch offengehalten, um spätere Änderungsverfahren zu vermeiden“, so Kühnel. Außerdem: Durch die entsprechende Bauverordnung und den Hangverlauf sei der Einbau der Tiefgaragen in der Größe bereits eingegrenzt.
Wohnquartier wird über die Harthauser Straße und den Dr.-Wilhelm-Knarr-Weg erschlossen werden. Die bestehende Wendeanlage im Südosten soll auch für größere Fahrzeuge wie Schneepflug und Müllabfuhr geeignet sein. Im Nordosten gibt es zudem eine schmale Verbindungsstraße, die aufgrund ihrer Breite von 3,50 Metern nur einseitig befahrbar ist und hauptsächlich der Erschließung für Feuerwehr, Umzugswagen und Müllabfuhr dienen soll. Auf zwei ausgewiesenen Parkplätzen – jeweils für 20 Autos – sollen Gäste, Kunden und Besucher zusätzlich zu den Stellplätzen und der Tiefgaragen Platz finden.