Bad Feilnbach – Sein 20-jähriges Bestehen feierte der Frauenchor der Stadtsing- und Musikschule Kolbermoor im malerischen Hinterhof beim Kistlerwirt in Bad Feilnbach. Dorthin hatten Chorleiterin Heide Hauser und ihre „Dirndln“, die sie am Schluss als „mein stolzes Stück Heimat“ bezeichnete, zu einer Sommerserenade eingeladen.
Mit von der Partie waren das Bläserensemble „Klangblech“, der Sulzberger Dreig’sang, die Mitterbergmusi sowie die Familienmusik „Sinhart“ mit Susanne Dräxl-Sinhart, die mit ihrer Harfe den Chor einstimmte. Zu einem musikalischen Spaziergang durch Europa hatten die Akteure eingeladen – allerdings mit einem würdevollen Innehalten zu Beginn der Reise in Bad Feilnbach: Gemeinsam gedachte man der plötzlich und allzu früh verstorbenen Sängerin Maria Echtler. Wie die Moderatorin des Abends, Maria Gasteiger, Chormitglied und Mitglied vom Sulzberger Dreig’sang, in einem kurzen Nachruf betonte, sei durch das ewige Verstummen von Maria Echtlers herrlicher Altstimme eine schwer schließbare Lücke entstanden. Sie fehle, so Gasteiger, als Sängerin und Freundin – und erst recht ihrer Familie, darunter ihre Schwestern Agnes und Kathi, die dem Konzert beiwohnten. Auf Beschluss der Chorgemeinschaft galt der Abend auch zu Ehren der Verstorbenen, die seit der Gründung des Frauenchors 1999 die musikalischen Wege des Jubiläumschores mitging. Mit Maria Echtler in Gedanken und den Besuchern symbolisch an der Hand ging es dann durch Europa – mit internationalen Liedern und Weisen, harmonisch, über alle Grenzen hinweg und mit dem Frieden fest im Blick. Zu den Stationen zählten Frankreich, Italien, Südtirol, Norddeutschland, England, Schweden und natürlich die Heimat. Maria Gasteiger gewährte auch Einblicke in das Chorleben der Frauengemeinschaft während der vergangenen 20 Jahre. Singen in einer Chorgemeinschaft sei gesund, fördere Gemeinschafts- und Kameradschaftsgeist und trage zur Bildung von Freundschaften bei. Hinter seiner hohen Qualität, die dem Frauenchor weit über die Grenzen der Region hinaus sowie auch im Rundfunk einen beachtlichen Bekanntheitsgrad verschaffte, stehe aber auch die Disziplin einer kompetenten Dirigentin und engagierten Chorleiterin wie Heide Hauser. Wie weitere Sprecherinnen des Abends, darunter Regina Berger, Silke Büttner und Elisabeth Hopp, verlauten ließen, heiße es bei Hauser, Singen sei alles andere als gemütlich. Effektvolles und klares Auftreten bei den Proben setze melodisches Atmen, Stimmbildung, Intonationen und andere geeignete Techniken voraus. Weitere Zutaten Vielseitigkeit, meisterliche Geduld, Liebe zum Hobby und vor allem der Wille zum Mitgestalten des Gemeinschaftsgeistes. Allerdings stellen 21 „Weiber“, die gleichzeitig Sängerinnen sind, auch eine Herausforderung für Chefin Heide Hauser dar, räumten die Sprecherinnen ein – und so entstehe bei schwierigen Entscheidungen bei Proben und auch hinterher eine Art formelles „Woodstock“. Alles in allem, ist der Frauenchor ein eingeschworenes Team mit allseits messbaren Erfolgen, das hinsichtlich der Integration keinerlei Probleme kennt: Nur wenige der Sängerin-nen stammen aus Kolbermoor. Der Rest verteilt sich über die Region. Ebenso wurde während der 90 Minuten herzerfrischender Unterhaltung bekannt, dass Heide Hauser nicht in Wiechs, sondern in Berlin geboren wurde. Dafür ist sie seit Kindheit der bayerischen Sprache mächtig und – wenn es um Disziplin geht – im Hochdeutschen klar und ausdrucksstark. Dafür gehört ihr Herz der Heimat am Wendelstein und ihr Frauenchor ist ein großes Stück davon. Zu den begeisterten Besuchern zählten der Landtagsabgeordnete Otto Lederer, die ehemaligen Vertreter im Landtag Sepp Ranner und Annemarie Biechl, etliche Bürgermeister der Region, Bad Feilnbachs Pfarrer Ernst Kögler und der Vorsitzende des Sängerkreises Wendelstein, Alois Hundhammer.