Mühldorf – Nach über einem Jahr kommen die Bürgergespräche zur Stadtentwicklung Mühldorfs zum Abschluss. Nocheinmal trafen sich etwa 40 Mühldorfer im Stadtsaal, um über die Entwicklung der Stadt zu diskutieren. Zielvorgaben für das künftige Wachstum ergaben sich aus der Werkstatt allerdings nicht. Flächennutzungsplan heißt das Instrument, mit dem die Stadt festlegen will, wo die Mühldorfer künftig, wohnen, spazieren gehen, arbeite, fahren oder parken können. Und mit dem für die nächsten zehn bis 15 Jahre festgelegt wird, wie schnell und wie weit die Stadt wachsen soll. Denn über die Ausweisung von Wohngebieten auf Grundlage des Flächennutzungsplans kann der Stadtrat die weitere Entwicklung steuern. Während der letzten Bürgerwerkstatt wurden die Eckdaten bekannt, um die es geht. 11,7 Prozent der Stadt sind derzeit bebaut, das entspricht 345 Hektar Fläche. Der Rest sind Straßen, Parkplätze Wälder, Äcker und Grünanlagen. Auf 104 Hektar bezifferten die Planer die Fläche, die noch mit Wohnungen bebaut werden kann, auf gut einem Drittel davon gibt es bereits Bebauungspläne. Damit könnte die Stadt von derzeit 20 300 Einwohnern auf knapp 28 000 wachsen. Entsprechend lautete eine Fragestellung der letzten Bürgerwerkstatt: Wie schnell und wo soll die Stadt wachsen? Eine Antwort auf diese Frage gab es aber nicht. Einzelne Hinweise auf die künftige Nutzung von einigen Flächen blieben die Ausnahme. Bauernobmann und Stadtrat Ulrich Niederschweiberer (CSU) erwartet, dass Felder im Stadtgebiet erhalten werden; Walter Kolb forderte unter Beifall, dass die Stadt erst die Verkehrsprobleme lösen und dann neue Wohngebiete ausweisen solle; eine Gruppe schlug neue Bereiche für Gewerbe und Renaturierung an der Nordtangente vor, einen Platz für die Fußballer des FC Mülhdorf oder ein Naturbad vor. In welchen Bereichen aber künftig neue Wohnungen entstehen sollen und in welchem Zeitraum, war in der Präsentation der einzelnen Gruppen kein Thema. Dagegen wurde überdeutlich, dass zumindest für die Anwesenden eine grünere und fahrradfreundlichere Stadt ein wichtiges Ziel ist. Sie schlugen neue Erholungsbereiche, Verkehrsberuhigungen und Fahrradstraßen vor. Mit dem Abend im Stadtsaal enden nach Angaben von Bürgermeisterin Marianne Zollner voraussichtlich die Bürgerwerkstätten. Alle Vorschläge, die in den letzten Monaten bei der Stadtverwaltung eingegangen sind, sollen während der jetzt beginnenden Aufstellung des Flächennutzungsplans mit berücksichtigt werden. Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner gab zu, dass sie mit anderen Ergebnissen der letzten Bürgerwerktstatt gerechnet hatte. „Wir haben uns etwas mehr zum Thema Wachstum erwartet“, sagte sie. Die Gründe für den Verlauf des Abends kann sie nicht benennen. Zum einen sei es möglich, dass die Bürger vor allem auf die Themen geschaut hätten, bei denen sie Schwerpunkte legen; zum anderen sei es möglich, dass die bereits mehrfach getätigten Aussagen, das Wachstum künftig stärker regulieren zu wollen, ins Bewusstsein der Teilnnehmer eingegangen sei. „Wir werden jetzt erst die Strategie für das künftige Wachstum entwickeln und dann schauen, welche Möglichkeiten es gibt.“ Laut Weichselgartner erstellen die Planungsbüros jetzt einen Vorentwurf des Flächennutzungsplans, der Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres in den Stadtrat kommen soll. Danach kann sich erneut die Öffentlichkeit beteiligen.