Prien – Das Ludwig-Thoma-Gymnasium (LTG) fuhr für sein Abschlusskonzert im König Ludwig Saal alle musikalischen Geschütze auf: Vom Unterstufen- und Oberstufenchor sowie der Chorklasse über die Lehrerband, das Orchester und die Bigband bis hin zu volksmusikalischen Ensembles und solistischen Einlagen war das Programm reichhaltigst bestückt. Denn es galt, zum einen die musikalische Bandbreite und die Talente vorzustellen, und zum anderen, Abschied zu nehmen von Direktor Christian Metken und von seiner Stellvertreterin Verena Grillhösl, die in den 28 Jahren ihres Wirkens am LTG im Orchester stets in den Geigenstimmen mitspielte. Adieu Verena Grillhösl Ein wehmütiger, taschentuchverdächtiger Abschied, den aber Studiendirektor Rainer Hoff als verbleibendes Mitglied der Schulleitung humorvoll in seiner Abschiedsrede umdrehte: „Von nun an werden Sie in Wasserburg stets die erste Geige spielen.“ Doch der Reihe nach: Der Auftakt des Konzerts stand im Zeichen der Volksmusik. Lukas Hofbauer (7. Klasse) spielte – trotz Kapselriss – sauberst am Akkordeon einen Landler, dem sich die Volksmusikgruppe um Paulina Götz, Julen Böhmer, Anna Moser und Michaela Knappe (alle 6. Klasse) an Gitarren und Hackbrett und begleitet von Musiklehrerin Bernadette Osterhammer an der Blockflöte anschloss. Nach den europäischen Klängen einer Mazurka und einer schottischen Weise entführte Eva Schuster (8. Klasse), begleitet von Heidi Martl von der Musikschule, am Hackbrett die Zuhörer mit einem Scherzino Mexicano nach Südamerika. Die Darbietungen des Unterstufenchores waren dann der Pop-Musik gewidmet: Mit „rolling in the deep“ von Adele und „Lieder“ von Adel Tamil sangen sich die jungen Sängerinnen und Sänger in die Herzen des Publikums. Einen Walzer zu acht Händen von Cornelius Gurlitt boten Emilia Götz, Paula Jork (beide 7. Klasse), Annelie Quandt (Q11) mit ihrer Klavierlehrerin Elena Badlo dar, die auch souverän-einfühlsam alle Chordarbietungen am Klavier begleitete. Einladende Walzermelodien, denen die Chorklasse mit dem poppigen, aber ebenfalls wiegenden Beinahe-Klassiker „The lion sleeps tonight“ antwortete. Im Programm stand dann „The rose“ von Amanda McBroom: Erst sang die Chorklasse, dann fielen nach und nach die Streicher ein, und – zur Überraschung für alle im Saal, aber auch für die zu ehrende Person, nämlich Verena Grillhösl – überreichten die Blech- und Holzbläser der scheidenden Vize-Direktorin eine Rose. Ein bewegender Moment, da mussten viele im Saal schlucken, aber der wehmütigen Stimmung geboten schnell Katja Schelle (10. Klasse) und Magdalene Geiger (Schülerin aus Wasserburg) mit ihrem Hackbrett-Duo Einhalt, legten sie doch mit einer Choreographie an drei Hackbrettern einen bulgarischen Tanz hin, der seinesgleichen suchte. Ein Höhepunkt fürwahr, der auch schon an anderer Stelle entsprechend gewürdigt wurde, hatten die beiden doch damit in diesem Jahr den ersten Platz im Bundeswettbewerb Jugend musiziert in Halle belegt. Die Lehrerband Gemstone begeisterte mit irischen Melodien, der immer schneller werdende Rhythmus animierte zum Mitklatschen und sorgte für gute Laune. Ruhiger wurde es dann mit dem großen Chor, der mehrstimmig mit „The time of my life“ aus dem Film „Dirty Dancing“ und „A Million Dreams“ aus dem Film „The greatest Showman on Earth“ verzauberte. Das Orchester glänzte mit einer irischen Suite von Leroy Anderson und dem Konzert Nr 3 in B-Dur von Carl Philipp Stamitz. Hier war Matthias Hoff Solist an der Klarinette, großartig seine Souveränität bei den Kadenzen und seine Fingerfertigkeit bei den Läufen im dritten Satz. Die Bigband beschloss das lange, aber kurzweilige Programm: Das Lied der Maria Magdalena – „I don’t know how to live him“ – aus der Rockoper „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber sang Lea Voderholzer (10. Klasse). Für noch mehr Beifall sorgten die beiden Film-Titel „The muppets show theme“ und „the Blues Brothers Rockin’ Soul Revue“ – peppig, spritzig und mitreißend. Langanhaltender Schlussapplaus Der lange Schlussapplaus für die Mitwirkenden und vor allem für die Musiklehrer Bernadette Osterhammer (Orchester, Volksmusik und Chorklasse), Rigo Mink (Bigband) und Marco Duckstein (Unterstufen- und großer Chor) war wohlverdient, und dann galt es, weiterzuklatschen, nutzte Rainer Hoff doch die Gunst der Stunde und den voll besetzten Saal, um sich bei den scheidenden Direktoren zu verabschieden. „Lebt wohl“ – Diesen Abschiedsworten Verena Grillhösls folgte das musikalische Farewell mit einem der bekanntesten Abschiedslieder, mit „Auld lang syne.“ Ein beeindruckender Abend und trotz oder besser gerade durch die Abschiedszeremonie ein Beweis dafür, dass die Musik ein Bestandteil des LTG ist und das Gymnasium auch weiterhin viele weitere musikalische Glanzlichter zünden wird.