Prien – Noch hält sich bei den meisten die Weihnachtsstimmung in Grenzen. Das wird sich am ersten Adventswochenende schlagartig ändern, wenn die Christkindlmärkte öffnen. In Prien laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Buden auf dem Marktplatz stehen schon. Auf dem Marktplatz rund um die Kirche wird gehämmert und geklopft, es herrscht geschäftiges Treiben. Mit seinem zehnköpfigen Team baut stellvertretender Bauhofleiter Richard Zettl die Buden für den Christkindlmarkt auf. „Wir haben am Montag mit einer kleinen Verzögerung mittags angefangen“, so Zettl. Trotzdem, da ist er sich sicher, werden alle Buden wie geplant am heutigen Mittwochabend stehen. Zusätzlich zu den zehn Männern, die die Hütten aufbauen, arbeiten zwei Elektriker an der Verkabelung für die Stromversorgung. Besonders die Hüttenbetreiber aus der Gastronomie brauchen sehr viel Strom, um die Marktbesucher verwöhnen zu können. Stehen die Holzhütten, sorgt die Gärtnerei der Prien Marketing GmbH (PriMa) für die Dekoration. Auch der große Bogen, der die Besucher am Eingang willkommen heißt, wird von der Gärtnerei mit Lichtern bestückt und mit weihnachtlichem Schmuck verschönert. Laut Zettl haben die neuen Buden, die vor ungefähr sieben Jahren angeschafft wurden, immense Erleichterung für den Bauhof gebracht. „Alle neuen Buden haben das gleiche System und sind stapelfähig“, erklärt er. Der Aufbau gehe so viel schneller vonstatten, da die Hütten alle auf die selbe Weise zusammengesetzt werden. Insgesamt bringe das eine Zeitersparnis von ungefähr 50 Prozent. Früher habe der Bauhof eine Woche für den Aufbau des Marktes gebraucht, da es viele unterschiedliche Buden gab. Heute sei dies zum Glück anders. Zudem sei es wichtig, „dass man mobil ist, falls ein Standbetreiber kurzfristig absagt“. Diese Mobilität sei durch das einheitliche System gegeben. Dass jemand kurzfristig absagt, sei zum Glück noch nie vorgekommen, meint Magdalena Berka, Organisationsleiterin des Christkindlmarktes. Sie ist von ihrem Büro in der Tourist-Info schnell zum Marktplatz rüber gekommen, um die Fortschritte beim Aufbau zu begutachten. Die von der PriMa finanzieren Hütten seien übers Jahr auch bei anderen Veranstaltungen im Einsatz; beispielsweise beim Straßenkunstfest oder dem Chiemsee Eiskönig Schwimmen. Sie würden im König Ludwig Saal gelagert und könnten je nach Bedarf schnell zu den verschiedenen Einsatzorten transportiert werden. „Diese Investition hat sich auf alle Fälle gelohnt“, bekräftigt Zettl. Dieses Jahr gibt es 27 eigene Hütten der PriMa und sieben Fremdhütten, die die Betreiber selbst mitbringen. Außerdem bauen die Mitarbeiter des Bauhofs eine Bühne für das Musik- und Veranstaltungsprogramm auf. Für das Programm der Priener Kinderoase ist erneut ein ausgebauter Bauwagen im Einsatz. Die Ständler dürfen ab Freitag ihre Buden beziehen. Sie haben also eine Woche Zeit, um alles für die große Eröffnung am Freitag, 29. November, einzurichten. Die PriMa-Geschäftsführerin Andrea Hübner und Bürgermeister Jürgen Seifert werden um 18 Uhr zusammen mit der Blaskapelle den Christkindlmarkt eröffnen. „Sternenweg“ heuer als Besonderheit Eine Besonderheit, so Berka, sei der „Sternenweg“, der in der Pfarrkirche aufgebaut ist. Zur Feier des Jubiläums „350 Jahre Krippenaufbau in Prien“ hat das Kirchenteam sechs lebensgroße Krippenfiguren angefertigt, die in der Kapelle ausgestellt sind. Nein, sie sei tiefenentspannt, antwortet Berka auf die Frage, ob die Endphase der Christkindlmarkt-Vorarbeiten stressig sei. Das Zusammenspiel von Bauhof und Gärtnerei laufe durch die Routine der vergangenen Jahre perfekt ab und alle arbeiteten sehr selbstständig. Nur ein bisschen Schnee wünscht sich die Christkindlmarkt-Organisatorin jetzt noch. „Vier Wochenenden Regen wäre das Schlimmste.“