WASSERBURG & REGION

„Michael Kölbl kann Bürgermeister“

von Redaktion

Wasserburg – 100 Prozent Zustimmung für Michael Kölbl als Bürgermeisterkandidat, 100 Prozent Zustimmung für die vorbereitete Stadtratsliste: Reibungsloser als bei der SPD in Wasserburg kann eine Nominierungsversammlung nicht verlaufen. Einzige „Panne“ des Abends im Hotel Fletzinger: ein zu schnell verräumter Stimmzettelkübel. Die offene Liste des SPD-Ortsvereins, auf der auch neun Nicht-Parteimitglieder kandieren, war im Vorfeld mit allen abgestimmt worden. Die Liste wurde im Ganzen als Block zur Wahl gestellt, Veränderungen bei der Platzierungen gab es nach der Abstimmung nicht. Die ersten Plätze nehmen erfahrene Stadträte ein. Alle acht bisherigen Fraktionsmitglieder der SPD – darunter Seniorenreferentin Friederika Kayser-Büker, Fraktionsvorsitzender Wolfgang Janeczka, Jugendreferentin Irene Langer, Zweiter Bürgermeister Werner Gartner, Stadtwerkereferentin Dr. Christine Mayerhofer und die frühere Zweite Bürgermeisterin Marlene Hof-Hippke – treten wieder an. Das gilt auch für das Urgestein der Wasserburger Sozialdemokraten: für Peter Stenger. Der 76-Jährige, seit 1990 Stadtrat, bewirbt sich von Platz 13 aus erneut für ein Mandat. Eine Platzierung, die ihm auch bei der vorherigen Kommunalwahl Glück gebracht hatte, wie Stenger erzählt. Spitzenkandidat auf Platz eins ist Bürgermeister Michael Kölbl. Danach folgen bis Platz 21 von 24 stets abwechselnd Frauen und Männer. Das hat bei der Wasserburger SPD Tradition, denn der Ortsverband hat der Bundespartei eins voraus: Er wird schon von einem „Paar“ geleitet: von Wolfgang Janeczka und Friederike Kayser-Büker. Auf der Liste sind Vertreter aller Stadtteile dabei, erfahrene Kommunalpolitiker ebenso wie Neueinsteiger, außerdem viele Kandidaten, die sich in unterschiedlichen Ehrenämtern in der Stadt engagieren. Unter die ersten acht Plätze schaffte es auch ein junger Kandidat: Ingo Horender, 24-jähriger Bootsbauer, steht auf Platz sieben. Auf Platz neun folgt ein weiterer Vertreter der nächsten Generation in der Kommunalpolitik: Stefan Eisner, 25 Jahre alter Diplom-Ingenieur und Student. „Kommunalpolitik ist nicht leicht. Es wird viel geschimpft, selten gelobt. Doch es macht Spaß und Freude, das Zusammenleben eines Orts mitgestalten zu können“, betonte Wahlleiterin Alexandra Burgmaier. Die SPD-Kreisvorsitzende und Landratskandidatin appellierte an die Genossen, sich angesichts der Krise der Bundes-SPD nicht abhängig zu machen von der politischen Großwetterlage. In der Kommunalpolitik zähle nur, was der Einzelne persönlich vor Ort leiste, dies beweise die „rote Insel“ Wasserburg. Hier sitzt seit drei Wahlperioden ein „roter Bürgermeister“ im Chefsessel des Rathauses. Das gibt es im Landkreis nur noch ein zweites Mal: in Kolbermoor. Kölbl sei ein „Glücksfall“ für Wasserburg, zeigte sich sein Stellvertreter Werner Gartner angesichts der vergangenen 18 Jahre Kölbls an der Spitze der Verwaltung überzeugt. Er führe diese souverän, zeichne sich als Teamplayer aus, der Verantwortung übernehme, schiebe an und sorge für eine „hervorragende Gesprächskultur im Stadtrat“. „Michael Kölbl kann Bürgermeister“, brachte Gartner seine Laudatio auf den Punkt. Dem Spitzenkandidat war trotz der Tatsache, dass er sicherlich mit seiner Nominierung gerechnet hatte, die Erleichterung über das einstimmige Ergebnis anzumerken. „Wasserburg ist es wert“, unterstrich Kölbl in einer emotionalen Rede, warum er sich für seine Heimatstadt weiter als Bürgermeister einsetzen wolle. Der 57-jährige Jurist sieht sich als Teamplayer – in der Fraktion, im Stadtrat und in der Stadtverwaltung. Kölbls Herzblut gilt der Förderung der Sport-, Kultur- und Schulstadt Wasserburg. Sozialer Kitt seien die Vereine, für Arbeit und Wohlstand würden Gewerbe und Industrie sorgen. Wasserburg sei außerdem ein starker Standort des öffentlichen Dienstes – mit Kliniken, Schulen und vielen sozialen Arbeitgebern. All diese Prägungen gelte es weiter zu fördern – ebenso wie Handel und Wandel in der Altstadt. Leben, Wohnen, Arbeiten: Dieser Dreiklang ist Kölbl nach eigenen Angaben wichtig – ebenso wie Soziales, Ökologie und Ökonomie. Kölbl positionierte sich in seiner Rede klar für den bisherigen Weg der Stadt in der Klimaschutz-, Umwelt- und Energiepolitik – unter dem Dach eigener Stadtwerke. Die Kommune gehe mit gutem Beispiel voran: beispielsweise, weil sie bei den Liegenschaften zu hundert Prozent auf Ökostrom setze. Doch es gibt noch viel zu tun. Kölbl will sich für eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) einsetzen – hier stehe die Umstellung des Taktes beim Stadtbus von einer Stunde auf 30 Minuten im Fokus. Wichtig sei auch eine Sozialpolitik, die Menschen mit kleinerem Geldbeutel die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermögliche und günstigen Wohnraum schaffe. Letzterer könne nicht dem freien Markt überlassen werde, hätten die vergangenen Jahre der Preisexplosionen gezeigt. Hier sei die Kommune gefordert. Wasserburg setze deshalb auf den sozialen Wohnungsbau. Die Verkehrspolitik müsse eine Lösung unter anderem für die Altstadt finden. Hier stehe die Bewältigung des Spagats zwischen Verkehrsberuhigung und Erreichbarkeit der Geschäfte an. Kölbl sicherte dem Wirtschaftsförderungsverband (WFV) seine Unterstützung zu – auch wenn das Verhältnis zwischen Stadt und WFV manchmal angespannt sei. „Das Engagement des WFV für das Geschäftsleben ist wichtig. Sterben die Geschäfte, stirbt unsere Altstadt“, warnte Kölbl. Er stellte sich ausdrücklich hinter die Feuerwehr, „die einzige kommunale Pflichtaufgabe, die im Ehrenamt geleistet wird“. Deshalb gelte es, die Feuerwehr räumlich und technisch gut auszustatten. Stadträtin Friederike Kayser-Büker, Platz zwei hinter Kölbl, setzt ihren Schwerpunkt im Kampf gegen Altersarmut und Wohnungsnot. Wolfgang Janeczka, Platz drei, kandidiert zum dritten Mal und weiß aus Erfahrung: „Als Stadtrat kann man die Lebensqualität aktiv mitgestalten.“ Irene Langer legt ihren Schwerpunkt auf die Familienpolitik. Werner Gartner möchte so wirken, dass sich alle Bürger in der Stadt wohlfühlen. Dr. Christine Mayerhofer, Platz sechs, liegt der Klimaschutz, hier schwerpunktmäßig die E-Mobilität, besonders am Herzen. Ingo Horender ist die Feuerwehr eine Herzensangelegenheit – und das Thema ÖPNV sowie die Wiederbelebung der Altstadtbahn. Marlene Hof-Hippke, Platz acht, bald 50 Jahre Mitglied bei der SPD und noch immer mit Leidenschaft dabei, hofft, dass die SPD ihre Fraktionsstärke in Wasserburg halten kann.

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