CHIEMGAU

Ein Tausendsassa beim TuS Prien

von Redaktion

Prien – Kinder und Sport – für beides hat Felix Zepmeisel ein gutes Händchen. Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) kann der 17-Jährige jetzt beim TuS in Prien beide Vorlieben gewinnbringend kombinieren. Als Assistent der Übungsleiter in den vielen Abteilungen ist der Priener mit seinen zahlreichen Talenten eine große Hilfe. Im täglichen Trainingsbetrieb sammelt er zudem wertvolle Erfahrungen für seine Ausbildung zum Fitnesskaufmann, die er im Herbst nächsten Jahres beginnen möchte. Mit der Chiemgau-Zeitung sprach er über seine Motive und Erfahrungen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. „Wir bauen hier gerade den Verkaufsstand für den Handballspieltag auf“, erzählt Felix. Zusammen mit Kassenwartin Martina Pertl vom TuS montiert er gerade mehrere Bauteile im Vorraum der Sporthalle des Ludwig-Thoma-Gymnasiums. Danach ist seine Unterstützung als Helfer für das Kinder- und Jugendtraining im Handball, Badminton und im Trampolinspringen gefragt. Von 13.30 bis 20 Uhr dauert der Einsatz an diesem Tag. „Früher hatte ich mal den Traum, Sportlehrer zu werden“, erklärt der Priener in einer kurzen Verschnaufpause. Der Weg zum FSJ-Einsatz beim Turnverein kam jedoch erst über Umwege zustande. Nach einem Praktikum im Kindergarten und starkem Zuspruch des dortigen Personals hatte Felix erst überlegt, eine Ausbildung zum Erzieher oder Kinderpfleger zu machen, wenn er mit der Realschule fertig ist. „Ich habe ein sehr gutes Händchen im Umgang mit Kindern“, erzählt er. Im Februar begann der aktive Fußballer und Badminton-Spieler dann ergänzend mit dem Training in einem Priener Fitnessstudio. „Die Trainer haben mir alles sehr gut erklärt und das hat mir so stark imponiert, dass ich mich für eine Ausbildung als Fitnesskaufmann interessiert habe“, so der 17-Jährige. Wegen des Konflikts zwischen fehlender Volljährigkeit und Nachtarbeitszeiten hagelte es aber erstmal Absagen. Um die Zeit nutzbringend zu überbrücken, kam Felix dann in Gesprächen mit anderen auf die Idee, als FSJler beim TuS Prien Erfahrung und gute Referenzen zu sammeln. Durch das Training hatte er bereits gute Kontakte zum Verein. Gesagt, getan. Mit viel Glück gelang es Felix gerade noch rechtzeitig, die neue Stelle beim TuS im September zu beginnen. Um den Übungsleitern als Assistent helfend zur Hand gehen zu können, stand zu Beginn ein dreiwöchiger Lehrgang in Dachau für die C-Trainerlizenz auf dem Programm. „Das war absolut spannend. Zusammen mit 25 anderen jungen Leuten habe ich so gut wie alle Ballsportarten, dazu Tischtennis, Turnen, Schwimmen, Leichtathletik, Yoga und Tanz-Choreografie in Theorie, Regeln und Praxis kennengelernt.“ Zurück beim TuS, half Felix mit Aufwärmübungen beim Handball-, Fußball- und Badmintontraining der Kinder, entwickelte erste Übungsprogramme für Zwei- bis Sechsjährige beim Kinderturnen, gab Hilfestellung bei den jungen Trampolinspringern und stellte sich im Judotraining für Übungsdemonstrationen auf der Matte zur Verfügung. „Das ist zum Teil noch ganz schön herausfordernd, vor allem in Sportarten, die neu für mich sind, aber ich arbeite gut mit den Übungsleitern zusammen“, resümiert der 17-jährige Priener. Wo es momentan noch hakt, sei die Abstimmung der Arbeitszeiten nach dem Jugendschutzgesetz mit den Trainingszeiten. Rund 38,5 Stunden darf er als unter 18-Jähriger per Gesetz pro Woche arbeiten – nur passt das nicht immer ideal mit den Trainingsstunden am Abend und den Turnieren am Wochenende zusammen. Zeitlich schwierig wird es auch mit einem zusätzlichen Nebenjob zum Geldverdienen. Der wäre bei einem Monatsverdienst von 300 Euro als FSJler prinzipiell nicht schlecht. „Beste Erfahrungen“ mit Teilnehmern des Bundesfreiwilligendienstes beim TuS Prien hat Nicola Becher-Küblbeck gemacht. Die langjährige stellvertretende TuS-Vorsitzende und Übungsleiterin der Turnabteilung koordiniert die Anleitungsgespräche und wöchentlichen Einsatzpläne für Felix. Seit neun Jahren setzt der TuS mit seinen knapp 2000 Mitgliedern in acht Abteilungen auf die Mithilfe von FSJlern. „Über die Jahre fehlen uns zunehmend Frauen und auch Schüler oder Studenten als Übungsleiter“, erläutert Becher-Küblbeck. Aktuell wird aufgrund guter Resonanz sogar überlegt, für Trainingsstunden an Kindergärten und Grundschulen eine zweite Stelle für FJSler einzurichten. Orientierungshilfe für den späteren Beruf Neben umfänglichem Versicherungsschutz, Urlaubsanspruch, Praxiserfahrungen sowie guten Kontakten und Referenzen haben die jungen Leute aus ihrer Sicht den Vorteil, „eine gute Orientierungshilfe für ihren späteren Beruf zu bekommen“. Felix nutzt die TuS-freie Zeit am Vormittag inzwischen sogar, um ergänzend zum Jugendtraining Erfahrungen bei Sportübungen mit Demenzkranken in einem Aschauer Seniorenheim zu sammeln. „Das funktioniert ganz anders, gibt mir aber wertvolle Impulse für meine spätere Ausbildung als Fitnesskaufmann.“

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