Maas will rasche Lösung

von Redaktion

Gespräch mit Türkei über inhaftierten Anwalt

Istanbul/Nagoya/Berlin – Nach der Inhaftierung eines türkischen Anwalts der deutschen Botschaft in Ankara dringt Bundesaußenminister Heiko Maas auf eine „schnelle Lösung“ des Falls. Beim G 20-Treffen in Japan will er mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu über den Fall sprechen. Es wird vermutet, dass der Jurist Daten von Menschen aus der Türkei bei sich hatte, die in Deutschland Asyl beantragt haben und die nun der Türkei in die Hände gefallen sind. Die Polizei hatte ihn Mitte September inhaftiert.

„Wir sind der Auffassung, dass es dafür auch eine schnelle Lösung geben muss, und das werde ich dem Kollegen natürlich auch hier sagen“, sagte Maas am Freitag in Hiroshima. Die Festnahme des Anwalts sei „in keinster Weise nachvollziehbar“. Wann sich Maas und Cavusoglu treffen, war zunächst unklar.

Gegen den inhaftierten Anwalt soll es kommende Woche eine Anklageschrift geben. Das bestätigte der Rechtsvertreter des Mannes unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Ankara. Damit könnte es bald zu einem Prozess kommen. Der Anwalt, der namentlich nicht genannt werden wollte, bestätigte, dass sein Mandant der Spionage beschuldigt werde. Er sitze derzeit im Hochsicherheitsgefängnis Sincan in Ankara in einer Einzelzelle.

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