MANGFALLTAL

„Selbst ich habe mich gefreut“

von Redaktion

Tuntenhausen – Es war ein denkwürdiges Ereignis, ein besonderer Tag für Tuntenhausen und alle Gläubigen der Umgebung: Die Wiedereröffnungsfeier mit Kardinal Reinhard Marx am gestrigen Sonntag. Schon eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst war kein Parkplatz um die Kirche mehr frei, das Gotteshaus selbst bereits proppenvoll mit Gläubigen. Die zusätzliche Bestuhlung half da nur noch ein klein wenig. Ein langer Kirchenzug mit den Ortsvereinen und der Gebirgsschützenkompanie Bad Aibling sowie der Geistlichkeit zog bei wunderbarem Festwetter unter den Klängen der Dreder Musi in das Kirchenschiff ein.

„Es ist heute ein ganz besonderer Moment“, meinte Pfarradministrator Bruno Bibinger zu Beginn des Gottesdienstes. Dem stimmte auch der Kardinal zu: „Auf diesen Tag habe selbst ich mich gefreut“, meinte Marx und betonte augenzwinkernd, dass er selbst immer wieder nach dem rechten geschaut hat. Denn: „Tuntenhausen ist ein ganz wichtiger Ort für das Erzbistum München-Freising.“

Zur Wiedereröffnung spielte der Kirchenchor Tuntenhausen unter Leistung von Gabriele Gröbmeier die Theresienmesse von Joseph Haydn. Als Solisten wirkten Dagmar Gareis, Sabine Schönach, Anton Stigloher und Hubert Dobl mit und untermalten sie in einzigartiger Weise, begleitet auf der neuen Orgel von Andi Weigl. Zuerst aber segnete Kardinal Reinhard Marx das Taufbecken und den Ambo sowie die neue Orgel. „Sie wird die Gottesdienste verschönern und vertiefen“, meinte der Kardinal. In seiner Predigt ging er zuerst auf die großen Unterschiede der Religionen ein: „Religion ist nicht gleich Religion“, meinte er und warnte, dass der Missbrauch von Religionen zunimmt. Nach seinen Worten kann eine Religion einerseits die Menschen freier machen, andererseits auch, im schlechten Falle, niederdrücken.

Sein zweiter Ansatz betraf die Wallfahrt. „Wir sind alles Pilger“, meinte er und unser Glaube ist unser Weg. Dann blickte er seitwärts auf die unendlichen Schätze der Votivtafeln in der Basilika. „Hier hängen unzählige Geschichten von Menschen, die hier ihren Trost fanden“, so der Kardinal. Sein abschließender Wunsch an die Tuntenhausener: „Hört hier an der Hand der Mutter Gottes immer wieder das Wort Gottes.“ Alle Menschen, die hier einkehren, mögen neue Kraft schöpfen so sein Credo zum Abschluss. Danach versammelten sich alle wieder zum Festzug, der hinüber ins Gasthaus Schmid zog. An der Mariensäule, auf halben Weg, empfing die Gebirgsschützenkompanie Bad Aibling den Kardinal.

„Wir haben heute unsere Gründungsfahne mit dabei,“ meinte Kompanieleutnant Uwe Hecht und zeigte dem Kardinal auch gleich die Muttergottes als Patrona Bavariae auf der Fahne. Zu Ehren des großen Anlasses und des geistlichen Besuches gab es dann einen dreifachen Salut. Mit dem Mittagessen endete dann der erste Teil der Wiedereröffnungsfeier des Basilika. Nachmittags gab es noch eine Führung und ein Konzert.

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