Berlin mahnt Peking

von Redaktion

Regierung fordert Zugang zu Uiguren-Lagern

Berlin – Nach dem Bekanntwerden geheimer Regierungsdokumente über die systematische Unterdrückung und Überwachung von Uiguren im Nordwesten Chinas fordert die Bundesregierung von Peking Zugang internationaler Experten zu den umstrittenen Lagern. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, dem Menschenrechtsbeauftragten der Vereinten Nationen müsse ungehinderter Zugang zu den Einrichtungen gewährt werden. „Das sind Berichte, die uns in höchster Weise besorgen“, sagte Seibert.

Die mehr als zehn Millionen Uiguren sind eine turkstämmige muslimische Minderheit, die mehrheitlich in der Region Xinjiang im Nordwesten Chinas lebt. Nach bewaffneten Angriffen von Uiguren weitete China in den vergangenen Jahren auch mithilfe modernster Technologie die Überwachung der Minderheit massiv aus.

Geheim eingestufte Regierungsdokumente, die dem Internationalen Konsortium investigativer Journalisten (ICIJ) zugespielt wurden und am Sonntag von 17 internationalen Medien veröffentlicht wurden, dokumentieren die unmenschlichen Haftbedingungen in Lagern in der Provinz Xinjiang. Insbesondere widerlegen die Dokumente Pekings Darstellung, wonach es sich bei den Lagern um freiwillig besuchte „Bildungszentren“ handele.

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