MANGFALLTAL

„Grundwasser keinesfalls gefährden“

von Redaktion

Bruckmühl – Für ein Gelände nahe der Staatsstraße 2078 auf der Höhe von Bergham hatte ein Unternehmer jetzt einen Antrag auf Kiesabbau mit anschließender Wiederverfüllung und Rekultivierung gestellt. Schon in seiner Sitzung im März hatte der Bau-, Umwelt- und Vergabeausschuss der Marktgemeinde Bruckmühl im Hinblick darauf, dass zum Kiesabbau vorgesehene Flächen als ökologische Ausgleichsflächen im Ökoflächenkataster erfasst waren, das gemeindliche Einvernehmen verweigert.

Außerdem wurde festgestellt, dass sich nördlich des Abbaugebietes der sogenannte Samerbrunnen des Wasserbeschaffungsverbandes Högling-Bruckmühl befindet, für welchen es derzeit keine Schutzgebietsverordnung gibt. Die Auswirkungen des geplanten Vorhabens auf den Brunnen waren daher nicht abzuschätzen.

Inzwischen teilte das für das Wasserrecht zuständige Sachgebiet des Landratsamtes Rosenheim mit, dass nach einem Gutachten des Wasserwirtschaftsamtes für den Samerbrunnen kein wirksames Wasserschutzgebiet mehr festgesetzt werden könne. Dem Wasserbeschaffungsverband sei schon vor Jahren empfohlen worden, eine Trinkwasserversorgung in gesicherter Lage zu erkunden.

Bezüglich der eingetragenen Öko-Flächen teilte das Landratsamt ferner mit, dass der Eintrag nicht korrekt gewesen sei und inzwischen eine Korrektur stattgefunden habe. Bauamtsleiter Konrad Kremser zufolge hte die Untere Naturschutzbehörde dem vorliegenden Antrag mit entsprechenden Auflagen nunmehr zugestimmt.

„Wurde beim Schutzgebiet für den Samerbrunnen früher geschlampt?“, erkundigte sich Josef Staudt (SPD/ÜWG) und riet: „Wir sollten da aufpassen.“ Konrad Kremser erklärte hierzu, dass der Samerbrunnen noch nie ein Schutzgebiet hatte. Bürgermeister Richard Richter wünschte sich, „dass das Wasserwirtschaftsamt auch in anderen Fällen so entschieden hätte“ und befand die Argumentation dieses Amtes als „zu leicht“.

Hubert Maier (CSU/PW) monierte: „Zuerst legt man Ausgleichsflächen fest und dann weiß man nach 20 Jahren nichts mehr davon. Was ist schon ausgebeutet und was soll noch ausgebeutet und wieder verfüllt werden?“ Er stehe der Sache kritisch gegenüber, auch wegen des Samerbrunnens und einer eventuellen Grundwassergefährdung.

Der Bauamts-Chef erläuterte daraufhin anhand der Pläne die betreffenden Flächen. Konrad Hammerl (SPD/ÜWG) forderte: „Wir müssen in Zukunft stärker auf solche Sachen aufpassen und wir müssen das Wasser auf Teufel komm’ raus schützen“. Der Ausschuss stimmte letztlich einstimmig ab, das gemeindliche Einvernehmen auf Kiesabbau und Wiederverfüllung nicht zu erteilen.

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