Es war ein erstmaliger Versuch und dieser gelang auf besondere Weise: Die Feuerwehr Atzing lud zu einem Schnuppertag ein, um zu sehen, wie groß das Interesse an jugendlichen Nachwuchskräften vor Ort und in der Umgebung am Dienst in der Feuerwehr ist. Die Resonanz war dabei so überwältigend, dass sich postwendend die Gründung einer Jugendfeuerwehr daraus ergab. „Das ist eine tolle Sache“, freut sich Kreisbrandrat Richard Schrank auf Nachfrage unserer Zeitung. Jugendförderung für die Feuerwehren sei extrem wichtig und würde auch vom Innenministerium unterstützt. Schrank weiter: Gleich zwölf Jugendliche an einem Tag für eine Jugendfeuerwehr zu akquirieren sei beispielhaft. „Das ist stark und und eine tolle Sache“, würdigt der Kreisbrandrat den Einsatz der Atzinger Feuerwehr. „Für uns geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung“, betont Atzings Kommandant Paul Huber und freut sich über die jugendliche Unterstützung. Seine Truppe umfasse derzeit 52 Einsatzkräfte und zwischen 30 und 45 Einsätzen im Jahr. Beim Schnuppertag standen an verschiedene Stationen beispielhafte Aktionen zu Atemschutz, Höhenrettung und Feuerkontakt sowie Begegnungen und Erfahrungen auf dem Programm. Das Löschen mit einer Kübelspritze, mit Feuerlöscher oder mit einer Spritzwand war ebenso lehrreich wie Vorführungen eines Palettenbrands oder eines Fettbrands. Die Aktionen waren Beispiele, anhand denen die künftigen Einsatzkräfte sehen konnte, was sie erwartet. Geschult werden sie insbesondere von den beiden Jugendwarten Georg Müller und Anna Bogusch. Ab zwölf Jahren kann man laut Kreisbrandrat Schrank bei der Jugendfeuerwehr man mitmachen, mit 16 Jahren kann man die Feuerwehrgrundausbildung absolvieren und teilweise schon an richtigen Einsätzen teilnehmen (außerhalb des Gefahrenbereichs). Der Landkreis Rosenheim steht in puncto Nachwuchs laut Schrank „relativ gut da“. Die Zahlen seien stabil. Schrank verzeichnet eigenen Angaben zufolge sogar landkreisweit einen leichten Zuwachs an künftigen und aktiven Einsatzkräften. „Das ist super.“ Die Gemeinschaft einer Feuerwehr sowie die Aufgaben seien etwas Besonderes stellte Schrank heraus. Davon würden nicht nur die Nachwuchskräfte profitieren, sondern auch das Gemeinwohl in Notsituationen.