LANDKREIS MÜHLDORF

Endlich passiert etwas am Bahngleis

von Redaktion

Mühldorf – Auf einer der vielen Brachflächen rund um den Mühldorfer Bahnhof sollen in den nächsten Jahren moderne Gewerbeimmobilien entstehen. Investor Oliver Trieb entwickelt derzeit das Gelände an der Jeanshalle, auf dem bis 2022 drei Bürogebäude entstehen sollen. Erster Mieter ist das junge Mühldorfer Unternehmen Pixxio. Auf einer Fläche von 5500 Quadratmetern will Trieb ein Ensemble von Bürogebäuden errichten, das den Bereich optisch prägen soll. Zwei Gebäude mit 800 und eines mit 1000 Quadratmetern Nutzfläche sollen entstehen, CO2-neutral durch modernen Haustechnik und Fotovoltaikanlagen. „Wir nutzen vorhandene Infrastrukturen“, sagte Trieb jetzt bei einer Vorstellung der Pläne. Damit meint er vorhandene Bodenplatten oder Versickerungsschächte. So verhindert er auch einen Eingriff in das vermutlich kontaminierte Erdreich, das nach seinen Angaben bleiben darf, so lange es nicht ausgegraben wird. Da es früher bereits Grabungen bis in gut 1,80 Meter Tiefe gegeben habe und Luftbilder keine Bombentrichter gezeigt hätten, geht Trieb davon aus, dass sich der Bereich gut bebauen lässt. „Wir wollen nachhaltig bauen“, sagt er, das Holz komme ausschließlich aus Deutschland, rund um das erste Gebäude sollen Bäume und Grünflächen entstehen, das Dach wird bepflanzt. Das Gebäude hat Niedrigenergiehaus-Werte. Bürgermeisterin Marianne Zollner nennt den Neubau einen guten Start für die Nutzung des bislang weitgehend brach liegenden Grundstückszug entlang der Südgleise des Mühldorfer Bahnhofs. „Der Korridor entlang der Bahngleise hat ein Riesenpotenzial“,zeigte sie sich bei der Besichtigung der Baustelle überzeugt. Laut Investor Trieb, der das Gebäude auch geplant hat, sind Maßnahmen notwendig um das Haus und die darin arbeitenden Menschen vor Erschütterungen und Lärm zu schützen. Mieter des ersten Gebäudes ist das junge Mühldorfer Unternehmen Pixxio, das 2015 in Mühldorf gegründet wurde. Derzeit sind die 25 Mitarbeiter auf zwei Standorte in der Stadt verteilt. Pixxio entwickelt und vertreibt Software zur Verwaltung und Nutzung von Fotos. Die Vereinigung an einem Standort ist eines der Ziel, das Pixxio mit dem Umzug in den in den IO-Park verbindet, wie Pixxio-Geschäftsführer Richard Michel das neue Gebäude nennt. Das Unternehmen will dort nicht nur den eigenen Mitarbeitern ein angenehmes Arbeitsumfeld schaffen, „in dem wir uns weiterentwickeln können“. Es soll vielmehr ein „Campus“ werden, auf dem Existenzgründer oder Freiberufler dauerhaft oder auf Zeit Büroräume mieten können. Für die Innenausstattung werden Architektur-Studenten der Hochschule Rosenheim verantwortlich sein. Mehrere Teams entwerfen im Rahmen eines Wettbewerbs derzeit Idee, wie das Gebäude innen gestaltet werden kann. Dazu soll die Zusammenarbeit mit den Existenzgründerberatern vom Stellwerk 18 in Rosenheim kommen, die zusätzliches Know How in die Stadt bringen könnten. Ziel sei es ein Netzwerk für kreative und innovative Unternehmen und Gründer zu bieten. Wie dieses Netzwerken aussehen kann, zeigt der Weg, auf dem Pixxio und Investor Trieb zusammengekommen sind. Beide haben den gleichen Bankberater bei der Sparkasse, der sie miteinander bekannt gemacht hat, hat als die Baupläne konkreter wurden. Am Ende des jetzt begonnen Weges könnte ein „Campus für Innovation und wirtschaftliche Nachhaltigkeit“ geschaffen werden, sagt Michel mit Blick auf die drei weiteren Gebäude, die am Bahngleis entstehen sollen. Trieb nennt als Zeitplan die kommenden beiden Jahren, in denen jeweils eines der Häuser gebaut werden könnte. Abhängig sei das aber von den Mietern, die er suchen werde.

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