München – Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt könnte durch den höheren CO2-Preis um mehrere hundert Euro im Jahr belastet werden. Das geht aus einer internen Modellrechnung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) hervor, über die „Welt“ und „FAZ“ berichten.
Bislang sieht das Klimapaket der Bundesregierung einen Einstiegsbetrag von zehn Euro je Tonne Kohlendioxid vor, der dann jährlich ansteigt. Seit Montag berät der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat über einen höheren Preis. Das Umweltministerium schlug 35 Euro als Einstieg vor. Experten gehen davon aus, dass man sich letztlich etwa in der Mitte trifft.
Die Modellrechnung, die nicht offiziell vom BDI herausgegeben wird, sieht vor, dass sich die Kosten für einen Vier-Personen Haushalt (120 Quadratmeter Wohnfläche, 2000 Liter Heizölverbrauch) mit einem VW Passat Diesel (Verbrauch: 4,6 Liter auf 100 Kilometer) im Jahr 2025 um rund 300 Euro erhöhen. Das Klimapaket der Regierung sieht im Jahr 2035 einen CO2-Preis von 35 Euro vor. Da dies im Modell des Umweltministeriums bereits der Einstiegspreis ist, wäre die Zusatzbelastung im Jahr 2025 entsprechend höher: bei rund 930 Euro.
Nach dem Jahr 2026 soll der CO2-Preis nicht mehr politisch festgelegt werden, sondern sich am Markt bilden. Der BDI erwartet dann einen deutlichen Preissprung. Das gilt natürlich nur, wenn sich am Verhalten der Bürger in dieser Zeit nichts ändert. Die Projektion der Bundesregierung geht allerdings davon aus, dass bis 2030 etwa zehn Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sind.