ROSENHEIM & REGION

Mit Wiggerl im Standesamt

von Redaktion

Rosenheim – Das Leben schreibt die schönsten Geschichten. Auch die von Sarah (28) und Martin Ecke (39) und ihren selbst geschmiedeten Eheringen. Weil sich die beiden auf dem Rosenheimer Christkindlmarkt kennengerlernt haben, hat der Ring eine ganz besondere Gravur: den Weihnachtswichtel Wiggerl, Symbol und Maskottchen des Christkindlmarktes. Sarah Ecke erinnert sich noch ganz genau an den Moment, als sie ihren zukünftigen Ehemann kennenlernte. Am Rosenheimer Christkindlmarkt war es, direkt vor der Krippe am Christbaum. Am 21. Dezember 2014. „Das Alter und sein Ledermantel sind mit sofort aufgefallen“, sagt sie. Kein guter erster Eindruck sei das gewesen.

Aber auch ein Altersunterschied von elf Jahren und ein „hässlicher Mantel“ halten Sarah Ecke nicht davon ab, ihren Zukünftigen näher kennenzulernen. Sie unterhalten sich, trinken einen Glühwein. Ein paar Tage später verabreden sie sich wieder, dieses Mal zum Frühstücken. „Das war wie ein Vorstellungsgespräch“, sagt Sarah Ecke. Ihr Gegenüber will alles wissen, stellt Fragen über Fragen. Die Antworten scheinen Martin Ecke zu gefallen, denn es gibt ein weiteres Treffen. Und noch eins.

Es folgt der erste Kuss, das Kennenlernen von Freunden und Familie sowie der erste gemeinsame Urlaub am Gardasee. Der Facebook-Status wird geändert, die Beziehung offiziell gemacht.

Nach neun Monaten zieht das Paar zusammen, am 24. Juni 2017 folgt die Verlobung am Funtensee. Sarah Ecke muss nicht lange überlegen, nimmt den Antrag unter Tränen an. „Es war sehr besonders“, sagt sie, erinnert sich gern an diesen Moment zurück.

Und so besonders wie der Antrag war, sollten eben auch die Ringe sein. Auf der Rosenheimer Hochzeitsmesse lernen sie den Betreiber einer Hobbygoldschmiede in München kennen, hörten zum ersten Mal von der Möglichkeit, Trauringe selbst zu schmieden. Sarah und Martin Ecke sind von der Idee begeistert. „Wir haben lange überlegt, wie sie aussehen könnten“, sagt er.

Eckig sollten sie sein, weg vom klassisch Runden. „Passend zum Nachnamen“, sagt Sarah Ecke. Sie treffen sich mit einem Goldschmied, besprechen Form und mögliche Symbole, die auf dem Ring abgebildet werden könnten. „Uns war klar, dass der Wiggerl drauf sein muss“, sagt Martin Ecke. Als Erinnerung an den Beginn der gemeinsamen Geschichte.

Martin Ecke kontaktiert Klaus Hertreiter vom Wirtschaftlichen Verband, fragt ob sie das Logo verwenden dürften. Hertreiter stimmt zu, freut sich über die Anfrage. „Das zeigt, wie viel Strahlkraft der Rosenheimer Christkindlmarkt hat und wie positiv er bei den Besuchern ankommt“, sagt der Projektleiter, wünscht der Ehe alles Gute. Und weil Sarah und Martin Ecke es gern ausgefallen mögen, geben sie sich mit einem Symbol nicht zufrieden. Sie wollen mehr, mehr Symbole, mehr persönliche Widmungen. Sie lassen die Fingerabdrücke und die Signatur des jeweils anderen einlasern. Hinzu kommen die Daten vom Kennenlernen, der Verlobung und der Heirat. Außerdem eine Eule und ein Elefant. Auf beiden ist eine Hälfte des Wiggerl-Gesichtes. Hält man die Ringe zusammen, ergeben sie ein Gesicht. „Es zeigt, dass wir zusammengehören“, sagt Sarah Ecke.

Es ist eine Weihnachtsgeschichte, wie sie schöner nicht sein könnte. Jedes Jahr besuchen sie den Rosenheimer Christkindlmarkt, lassen die Jahre Revue passieren. Vieles ist gleich geblieben, vieles hat sich verändert. Der Ledermantel zum Beispiel. Den musste Martin Ecke auf Wunsch seiner Frau abgeben. Dafür hat er jetzt einen Ring. Einen Tausch, den Martin Ecke sicherlich nicht bereut.

Artikel 1 von 11