MANGFALLTAL

Umwelt-Aktivist im Stillen

von Redaktion

Kolbermoor – Viele Kolbermoorer kennen Niklas Romanski (15). Zumindest vom Sehen. Denn der Neuntklässler der Pauline-Thoma-Schule ist mit seinem Rad und einem großen Anhänger an der Mangfall unterwegs, um Müll zu sammeln. Nahezu täglich setzt er sich auf sein Radl samt großem Anhänger und sammelt Müll – alleine.

Im letzten Jahr hat der Schüler einen Aufruf zum Müllsammeln des Bund Naturschutz gelesen und ist mitgegangen – gemeinsam wurde dann Unrat gesammelt. Seither hat er an vielen Aktionen des Bund Naturschutz Kolbermoor teilgenommen, unter anderem bei einer Pflegemaßnahme zur Laichhilfe für Gelbbauchunken (wir berichteten).

Was ist seine Motivation? „Natur und Tiere sind wichtig, der Bestand muss erhalten bleiben“, sagt er und deshalb nimmt er an den Aktionen teil. Obendrein findet er die Führungen der Ortsgruppe spannend – „die Fledermausführung im letzten Jahr war super“, sagt er. Und seither engagiert er sich bei der Ortsgruppe des Bund Naturschutz.

Aber Romanski macht noch viel mehr: Im Sommer ist er fast täglich unterwegs, um Müll zu sammeln. Insbesondere an der Mangfall. Was er da schon alles gefunden hat, füllt einen Schuppen: kaputte Räder, einen Autoreifen, Einkaufswagen. Ärgert er sich über die Bürger, die die Sachen einfach in die Natur donnern? „Ehrlich gesagt, kann ich es nicht verstehen“, sagt er. „Warum bringen sie es nicht einfach zum Bauhof?“ Genau das macht der 15-Jährige nämlich, wenn sein Anhänger mal wieder überquillt.

Angefangen hat alles vor fünf Jahren: Damals habe er zu seinem Vater gesagt, dass er Müll an der Mangfall sammeln will. Gesagt, getan. Mit Eimer und Zange ausgestattet, machten sich Vater und Sohn auf den Weg. Ihre Eimer waren schnell voll – und so leerten sie sie an den vorhandenen Mülleimern aus – „von denen es ja jede Menge gibt“. Und auch aus diesem Grund versteht er nicht, warum die Leute ihren Müll nicht dorthinein werfen, sondern einfach liegenlassen. Irgendwann reichte der Eimer nicht mehr aus, und er schaute nach einem Anhänger – „um mehr Müll transportieren zu können“. Seitdem ist er samt Rad und Anhänger unterwegs. Und der wird meist voll. Besonders viele Hinterlassenschaften habe es im Sommer 2018 gegeben: Immer wenn an der Mangfall gegrillt wurde, sammelte Romanski anschließend jeglichen Abfall ein.

Aber der Schüler ist nicht nur an der Mangfall unterwegs: Auch den Wald bei der Siedlung oder den Skaterpark hat er im Fokus. Und was sagen seine Freunde? „Sie finden das super, helfen sogar manchmal mit.“

Im Sommer macht er seinen Quali – danach möchte er gerne eine Ausbildung zum Gärtner für Garten und Landschaftsbau machen. Aber bis dahin wird er weiterhin unermüdlich Müll sammeln – ob im Rahmen einer BN-Aktion oder im Stillen, alleine.

Artikel 3 von 11