LANDKREIS MÜHLDORF

Realistisch, zeitnah und ökologisch

von Redaktion

Per Ratsbegehren will CSU-Landrat Alfred Lantenhammer über den Bau einer B 15 neu im Landkreis Mühldorf entscheiden lassen, dabei das Votum den Bürgern überlassen (wir berichteten). Jetzt haben sich die Fraktionen im Mühldorfer Kreistag zu Wort gemeldet. Sie wollen einen gemeinsamen Antrag einbringen zur Verbesserung der Sraßenverbindungen zwischen Landshut und Rosenheim beziehungsweise Freilassing/Salzburg. Alle Fraktionssprecher haben diese Resolution unterschrieben. Im Grund genommen stellen sich Fraktionssprecher von CSU, SPD, UWG, WGW, Grüne und AfD sowie die Fraktionsgemeinschaft von ÖDP und FDP – damit hinter den Antrag, der am kommenden Dienstag Thema in der Kreisausschusssitzung sein wird (Beginn 15 Uhr). Wie dazu der Fraktionssprecher der CSU, der Flossinger Stefan Mooshuber mitteilt, handelt es sich um die von der CSU ausgearbeitete Resolution. „Eine realistische, zeitnahe Umsetzung ergibt sich aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten nur durch eine Ertüchtigung der vorhandenen Nord-Süd-Achsen und nicht durch einen Bau der B 15 neu auf einer neuen Trasse“, heißt es darin. Ziel müsse es sein, „den vorhandenen und in der Zukunft gegebenenfalls weiter wachsenden Verkehr auf die bereits vorhandenen überregionalen Verkehrsverbindungen aufzuteilen und diese dafür schnellstmöglich zu ertüchtigen“. Betroffen seien konkret die Bundesstraßen zwischen der Autobahn A 3 im Osten und den Autobahnen A 92, A 99 und A 8 in der Region. „Wir fordern daher den schnellstmöglichen Ausbau der Bundesstraßen B 20, B 588, B 299 und B 15, vor allem durch den Bau der noch fehlenden Ortsumfahrungen und eine Nutzung intelligenter Verkehrsleitsysteme zur optimalen Verteilung des Verkehrs“, heißt es im Text weiter, den der CSU-Fraktionschef Stefan Mooshuber entworfen hat. „Mir geht es darum, die zunehmende Versiegelung auf den Prüfstand zu stellen. Meiner Meinung muss es gute und alternativlose Gründe geben, um Versieglungen in diesem Maße zu rechtfertigen.“ Landrat Max Heimerl signalisierte, dass er voll und ganz hinter dem Antrag der CSU-Kreistagsfraktion stehe. Die Gründe dafür will er aber erst in den Gremien, am Dienstag im Kreisausschuss und am Freitag im Kreistag, konkret benennen. Im Grunde genommen eine Resolution, die auch Alfred Lantenhammer mittragen könnte, wie er auf Anfrage bestätigt. Doch den Schönberger Bürgermeister stört der letzte Satz dieser Resolution. Darin wird nämlich gleichzeitig der „sofortige Stopp weiterer Planungen beziehungsweise Überlegungen einer B 15 neu auf der raumgeordneten oder einer anderen neuen Trasse im Landkreis Mühldorf“ gefordert. „Und das kann ich nicht gutheißen. Es tut doch niemandem weh, wenn diese raumgeordnete Trasse weiterhin Bestand hat!“ Deswegen habe er im Bezug auf die B 15 neu das Ratsbegehren ins Spiel gebracht, um die Entscheidung den Landkreisbürgern zu überlassen. Ob es dazu kommt, darüber debattiert zunächst der Kreisausschuss am Dienstag. Das Thema wird aber auch bei der Kreistagssitzung am Freitag darauf (14 Uhr/Stadtsaal) auf der Agenda stehen.

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