Mühldorf – Die Freibäder im Landkreis ziehen eine positive Bilanz des Corona-Sommers. päterer Beginn, eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten, Besucherlenkung und Hygienemaßnahmen haben zwar dafür gesorgt, dass in dieser Saison weniger Badegäste gekommen sind – Hygiene-Probleme oder Krankheitsfälle habe es aber nicht gegeben. Mit einem neu gestalteten Kinderbereich und Wasserspielplatz bot das Mühldorfer Freibad von Anfang an viel Platz, um Abstand zu halten, sagt Alfred Lehmann, Leiter der Stadtwerke. Im Vergleich zur Saison 2019 mit 90 000 Besuchern und der vorletzten mit gar 110 000 gestalte sich der große Aufwand für die heuer rund 40 000 Badegäste „finanziell schwierig“. Lehmann glaubt, dass sich viele Menschen bewusst entschlossen haben, nicht ins Freibad zu gehen, sondern Badeseen zu nutzen. Oder man habe sich einen Pool gekauft, was man an der wesentlich höheren Wasserabgabe an private Haushalte sehen könne. Gespannt ist Lehmann auf die Hallenbad- und Saunasaison, für die noch mehr Einschränkungen vorgesehen sind.
Die Idee eines Rundkurses haben die Verantwortlichen im Freibad Neumarkt-St. Veit umgesetzt. Mit Erfolg: „In solchen Situationen muss man eben erfinderisch sein“, sagt Bürgermeister Erwin Baumgartner. Und man müsse für die Sicherheit der Gäste Geld in die Hand nehmen. So wurde der Eingangsbereich umgebaut und dadurch eine automatische Zählung der Besucher möglich. Dankbar ist Erwin Baumgartner, dass die Menschen das Warten auf Einlass so geduldig mitgemacht hätten. Anfangs durften rund 270, aktuell 540 Gäste gleichzeitig in das Freibad. Insgesamt zählt Bademeister Helmut Perzlmeier rund 20 000 Gäste bisher; vielleicht werden es zuzüglich der kleinen Kinder insgesamt 25 000 werden – also etwa 12 000 weniger als früher. Saison- oder Dauerkarten haben einige Freibäder nicht angeboten – Neumarkt St. Veit und Töging schon. Lange Schlangen am Eingang des Freischwimmbads Hubmühle habe man damit verhindern wollen, erklärt Bernd Lehner vom städtischen Bauamt. Probleme habe es keine gegeben, auch nicht mit Blick auf die Abstandsregelung, sei das Areal mit einer Fläche von 30 000 Quadratmetern weitläufig genug. Die anfangs auf 1500 begrenzte Besucherzahl wurde auf das Doppelte erhöht. Am besucherstärksten Tag, dem 21. August, kamen verteilt 2350 Gäste. Auch in der Grünen Lagune von Ampfing sorgte das mit 40 000 Quadratmetern Gesamtfläche großzügig angelegte Areal für genügend Freiräume. Zweiter Bürgermeister Günter Hargasser und Geschäftsstellenleiter der Gemeinde Hans Wimmer zeigen sich zufrieden. War es doch eine gewisse Zeit nicht sicher, ob das Naturbad, das ohne Chlorung auskommt, den Hygienestandards Genüge tun könnte. Nachdem das Gesundheitsamt grünes Licht gegeben hat, wurde das Limit bei den Besuchern auf 400 angehoben. Sicher: vor allem an heißen Tagen war eine Warteschlange im Eingangsbereich nicht zu vermeiden. Probleme gab es aber auch in der Grünen Lagune nicht. Die Menschen seien dankbar gewesen, dass dieser ‚Erholungsraum‘ zur Verfügung stand. Im Herbst und Winter soll das Gelände offenbleiben. Auch diese Nutzung erfordert ein Hygienekonzept. „Mit bewundernswertem Gleichmut“ haben viele Gäste die Einschränkungen im Waldkraiburger Freibad akzeptiert, sagt Robert Kratzenberg, Leiter der Sportanlagen bei den Stadtwerken. Von den üblicherweise rund 70 000 Besuchern seien aber heuer nur rund 40 000 gezählt worden. Abgesehen von Corona habe das launenhafte Wetter auch nicht unbedingt in die Karten gespielt. Die Gäste, die sich nicht haben schrecken lassen, konnten mit einmonatige Verspätung ab 11. Juni mit einer Beschränkung von 800 Personen auf das Areal. Gelenkt und aufgepasst wurde aber nicht nur auf den Liegewiesen, sondern auch im Wasser. Hier sorgte ein „Kreisverkehr“ für Abstand.