LANDKREIS MÜHLDORF

Keine einfache Entscheidung

von Redaktion

Mühldorf – Für viele junge Leute beginnt in den nächsten Wochen das neue Semester. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene – in Corona-Zeiten stellt sich für sie die Frage: Hotel Mama, endlich ausziehen oder die eigene Wohnung behalten? Die Heimatzeitung hat nachgefragt und erfahren, dass der Wohnort nicht das einzige Problem im neuen Semester ist. Luca Zwicker aus Mühldorf beginnt zum Wintersemester 2020 ein Studium zum Übersetzer am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde (IFA) in Erlangen. Der 20-Jährige freut sich darauf und ist zuversichtlich: „Etwa 90 Prozent des Studiums werden voraussichtlich im Präsenzunterricht stattfinden“, sagt er. Das sei möglich, weil an der IFA nur etwa 400 Schüler eingeschrieben seien. Deswegen wird Zwicker nach Erlangen ziehen. „Es ist echt kompliziert, in der Umgebung eine Wohnung zu finden. Zum Glück habe ich jetzt ein Zimmer in einem Wohnheim“, berichtet er. Das einzig schwierige: „In mein Zimmer kann ich erst ab Oktober, mein Studium an der IFA beginnt aber schon am 1. September.“ So musste sich Zwicker noch eine weitere Bleibe für die ersten drei Wochen suchen. Sollte das Semester doch online stattfinden, will Zwicker nicht zurück nach Hause: „Ich kann mich woanders einfach viel besser auf mein Studium konzentrieren als daheim.“ Die 18-jährige Amelie Vitzthum aus Gumattenkirchen ist gespannt, wie das kommende Semester ablaufen wird. Sie studiert im dritten Semester Gymnasiallehramt für Wirtschaft und Geographie in Passau. „Mein aktueller Stand ist, dass das Semester gekürzt und einen Monat später, im November, beginnen wird.“ Auch sei ein sogenanntes „Hybrid-Semester“ geplant, also eine Mischung aus Online- und Präsenzveranstaltungen. „Bei mir wird vermutlich viel online stattfinden, weil wir so viele Studierende sind.“ Im letzten Semester habe das gut funktioniert, erklärt Vitzthum. Ihre Wohnung möchte sie trotz vieler Online-Veranstaltungen behalten. „Wäre meine Wohnung nicht in einer so tollen Lage, würde ich definitiv überlegen, sie aufzugeben.“ Eine ihrer Mitstudentinnen habe das bereits getan. „Man hofft auch einfach, dass alles wieder normal wird. Wir, die im letzten Wintersemester mit dem Studium begonnen haben, haben ja noch nicht viel vom Studentenleben mitbekommen.“ Für Franziska Ott aus Mühldorf ist auf jeden Fall klar: „Für das kommende Semester ziehe ich wieder nach München.“ Die 21-jährige studiert Politikwissenschaften im vierten Semester und im Nebenfach Rechtswissenschaften im sechsten Semester an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Zu Corona hatte sie ihr WG-Zimmer gekündigt und war nach Hause zurückgekehrt. Das Semester wurde online abgehalten. „Für mich war das in Ordnung, ich teile mir gern selbst ein, wann ich was lerne.“ Auch die Prüfungen fanden online statt. „Man sitzt vor dem Computer und wartet auf den Zugang, dann kann man die Prüfung ausdrucken und ausgefüllt wieder einscannen.“ Das sei mit weniger Druck verbunden als in Präsenzprüfungen. Auch wenn das Wintersemester vermutlich wieder großteils im Internet stattfinden wird, will die 21-Jährige wieder nach München. „Das Studentenleben, spontane Treffen mit Freunden, das vermisse ich am meisten.“ Die 20-jährige Magdalena Geiger aus Wasserburg studiert Hackbrett an der Musikhochschule in München. „Der Einzelunterricht im kommenden Semester wird voraussichtlich stattfinden. Nach momentanem Stand auch wieder Unterricht in kleineren Gruppen.“ Genaueres hat sie noch nicht von der Hochschule erfahren. Das Zimmer in ihrem Wohnheim möchte die 20-Jährige behalten. „Es ist nicht leicht, in München eine Wohnung zu finden. Ich bin froh, dass ich in das Wohnheim gekommen bin.“ Das kommende Semester wird sich für Geiger trotzdem schwierig gestalten. „Wegen der Coron-Schutzmaßnahmen sind die Übungsräume der Hochschule nur begrenzt zugänglich“, berichtet die Musikstudentin, „Und im Wohnheim darf ich nicht üben.“ Deshalb wird Geiger im neuen Semester viel Zeit Zuhause verbringen.

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