Nachruf

von Redaktion

Bad Aibling – Zahlreiche Freunde, Bekannte und vor allem die Mitglieder der Aiblinger Faschingsgilde gaben Rolf Beyler auf dem städtischen Friedhof das letzte Geleit. Beyler war im Alter von 75 Jahren überraschend an den Folgen einer Notoperation in seiner Wahlheimat Sinsheim verstorben (wir berichteten) und wurde nun in seiner Geburtsstadt beerdigt.

Pfarrer Markus Merz von der evangelischen Christus-Gemeinde erinnerte an den Lebensweg Beylers, der durch sein Wirken vielen Mitmenschen Freude gebracht habe. Eine Fahnenabordnung des Trachtenvereins Edelweiß, dessen passives Mitglied er war, nahm ebenfalls an der würdigen Trauerfeier teil.

Noch an der Aussegnungshalle zeichnete die Präsidentin der Faschingsgilde, Marianne Hartmann, mit bewegten Worten nicht nur den karnevalistischen Werdegang des Verstorbenen nach, sondern erwähnte auch die wichtigsten Schritte auf seinem 75-jährigen Lebensweg. Sie hat den Verstorbenen in ihrer Zeit als Gardemädel, Gardemajor, Prinzessin und schließlich Finanzministerin erlebt und kannte ihn daher wie kaum ein anderer außerhalb seiner Familie.

Rolf Beyler wurde am 13. Oktober in Bad Aibling geboren und verbrachte seine Kindheit in Thürham. Der direkt am Elternhaus, dem Kurheim Haus Thürham, vorbeifließende Mühlbach begeisterte ihn schon früh für sein Hobby, die Fischerei. Ein weiteres großes Hobby wurde mit den Jahren auch das Kochen. Nach seiner Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister führte er jahrelang zusammen mit seiner Mutter Ilse das Kurheim.

Sein Beruf als Masseur brachte es mit sich, dass er in früheren Jahren auch die Fußballer des TSV 1860 München betreute und er bis zuletzt ein glühender Verehrer der „Löwen“ war. Bereits 1970 lernte er seine Lilo kennen und heiratete sie 1986. Im gleichen Jahr wurde Tochter Katharina geboren. Kurz darauf zog die Familie nach Sinsheim.

Die Faschingsgilde Bad Aibling wäre ohne Beyler kaum denkbar, gehörte er doch in der Saison 1967/ 1968 zu den engagierten Personen, welche die Gilde gründeten. 1971/72 regierte er als Prinz Rolf I. von Badensien. Vier Jahre später wurde er Vizepräsident, ab 1978 führte er die Gilde 28 Jahre lang als Erster Präsident und wurde anschließend zum Ehrenpräsidenten ernannt.

„Wir haben alle noch das Bild vor Augen, wenn Rolf kurz vor einem Auftritt bei einem Schoppen Wein alleine einem Tisch saß und in kürzester Zeit eine ausdrucksvolle Rede in Gedichtform schrieb“, so die Präsidentin, die auch Beylers Kondition und Ausdauer in seiner aktiven Zeit erwähnte sowie seinen Spruch, „Mensch, ihr seids einfach spitze!“, den wohl jedes Gardemädel und jeder Elferrat noch im Ohr hat, der ihn als Präsidenten erlebte.

Auch wenn er im Kraichgau lebte, die Verbundenheit zu Bad Aibling und „seiner“ Gilde riss nie ab. Beim Überraschungsbesuch letztes Jahr im Oktober bewegte ihn der Abschied so sehr, dass er den Gildemitgliedern im abfahrenden Bus noch zurief: „Nehmt’s mi hoid mit.“

Die letzte Faschingssaison feierte er noch mit, nun ist er auf seiner letzten Reise wieder in Bad Aibling angekommen und ruht im Familiengrab auf dem städtischen Friedhof. uhe

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