Griesstätt – Zur guten Tradition in Altenhohenau gehört es, dass die Schüler des zweiten Ausbildungsjahres die Abschlussfeier vorbereiten und heuer hatten sie sich besonders viel einfallen lassen. Am Beginn stand ein gemeinsamer Gottesdienst in der Altenhohenauer Klosterkirche mit Pfarrer Josef Mayer, dem geistlichen Direktor des Bildungshauses auf dem Petersberg bei Dachau. Unter dem Motto „Mein Hep/Ap und ich“ wurde deutlich, welche Eigenschaften diese Berufsgruppen ausmachen. Chor und Instrumentalgruppe bildeten einen eindrucksvollen musikalischen Rahmen.
Mensch als Kriterium für den Erfolg
Bei der anschließenden Feier in der geschmückten Turnhalle betonte Prälat Hans Lindenberger, Direktor des Caritasverbandes der Erzdiözese München und Freising, dass der Markt für die Absolventen spräche. Der Grundstein sei gelegt. Wichtig sei die Haltung der künftigen Fachkräfte, ihre Hinwendung zu den Menschen sei das Kriterium für den Erfolg.
Auch der stellvertretende Geschäftsführer des Instituts für Bildung und Entwicklung, Matthias Hilzensauer, zeigte sich sehr beeindruckt von der Atmosphäre in Altenhohenau und den Leistungen der Absolventen, für die nun eine neue Lebensphase beginne, in der sie neue Rollen und neue Verantwortung übernehmen.
Hilzensauer ermutigte die Absolventen, auch in Zukunft neugierig, professionell und dabei auch individuell zu bleiben.
In seiner sehr persönlichen Rede an die Absolventen machte Schulleiter Franz Winkler deutlich, wo die Kraftquellen seiner 22-jährigen Tätigkeit als Schulleiter liegen. „Neben einem herausragenden Kollegium mit kreativen, starken Persönlichkeiten, waren es vor allem die Schüler, mit denen ich mich in dreierlei Weise verbunden fühle“.
Die Gemeinsamkeiten zeigten sich in einem Menschenbild, das geprägt sei von einem großen Respekt für den Menschen und vor allem für den beeinträchtigten Menschen. Sie seien zudem nicht die Typen von Menschen, die unreflektiert handelten und ihre eigene Macht missbräuchten, um sich selbst zu beweihräuchern. Die Schüler, so Franz Winkler, habe er als leistungsbereit und leistungsstark erlebt, verbunden aber auch mit einer Suche nach Geborgenheit im sozialen Umfeld und dem Wunsch nach Beheimatung im Beruf.
Ab und zu, so Winkler, reiche bei all dem Engagement aber auch die Hälfte im Glas, damit die Schönheiten des Lebens noch bemerkt werden können. „Achten Sie darauf, dass das Glas gefüllt ist, voll wird es von selber“. „Wäre ich persönlich mit mir als Betreuer zufrieden?“, diese Frage gab er schließlich den Absolventen als Maxime des Handelns mit auf ihren beruflichen Lebensweg.
Bei der Zeugnisverleihung wurden hervorragende Leistungen der Klassenbesten mit kleinen Geschenken bedacht. Martina Sterflinger beendete ihre einjährige Ausbildung zur Heilerziehungspflegehelferin mit einem Notendurchschnitt von 1,27, Gertrud Schmiddunser erreichte einen Schnitt von 1,36.
Ein herausragendes Ergebnis erzielte Christina Ebersberger, die ihre dreijährige Ausbildung in der Heilerziehungspflege mit einem Ergebnis von 1,1 abschließen konnte. Die Klassenbesten waren Marion Wegner mit einem Notendurchschnitt von 1,2 sowie Pia Dona und Giulia Jobst mit einem Gesamtergebnis von 1,3.
Bereits am Vormittag hatten die 23 Absolventinnen und Absolventen der Berufsfachschule für Altenpflege in einem feierlichen Rahmen ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Florian Meyer wurde für seine herausragende Leistung (Durchschnittsnote 1,0) von Matthias Hilzensauer mit einem Staatspreis geehrt. Weitere sechs Fachabsolventen – Michaela Davis, Katrin Gramsamer, Laura Lang, Angelina Mungiolo, Andreas Pöllmann, Merisa Sejdic-Kucuk – erhielten erstmals den Altenhohenauer Sonderpreis, da sie nur knapp die Traumnote von 1,0 verfehlt hatten. Schulleiter Christian Maier lobte die Abschlussklasse, die nach seinen Worten „geprägt war von äußerst vielschichtigen Charakteren und starken Persönlichkeiten. Nur solchen Pflegefachkräften“, so der Schulleiter, „kann es gelingen, die anspruchsvollen Herausforderungen dieses Berufes zu bewältigen und aktiv zu gestalten“. Ausgelassene Partystimmung herrschte dann am Abend beim Hep-Abschlussfest, wo zusammen mit Freunden, ehemaligen Absolventen und Lehrern gefeiert werden konnte. emz