Au – Das schlechte Wetter hatte sich schon im Vorfeld angekündigt und angesichts des Sturms vom Freitagabend, bei dem viele Bäume in der Region umgestürzt sind, zweifelten einige, ob die Radsportveranstaltung überhaupt wie gewohnt stattfinden wird. Doch bei den Veranstaltern gab es keine Frage – Fahrzeuge und Genehmigungen für Deutschland und Österreich und über 250 Helfer waren organisiert, die Lebensmittel für die Versorgung der Teilnehmer standen bereit. „Da braucht es schon mehr als nur schlechtes Wetter um alles umzuschmeißen“, betonten die Ausrichter.
Mit Anorak und wasserfester Radbekleidung ausgerüstet, starteten am Samstag um 7 Uhr die ersten Radler bei strömenden Regen am Skiclubheim in Au. Das Hauptfeld folgte in den kurzen Regenpausen der nächsten drei Stunden – die Startnummernausgabe war wegen des schlechten Wetters eine Stunde länger geöffnet.
Auch für die ehrenamtlichen Helfer an den Kontrollstationen und Versorgungsstationen war dieses Jahr vieles anders. Regen- statt Sonnenschirm und anstelle von gekühlten Erfrischungsgetränken fragten die Radfahrer nach heißem Tee und Gemüsebrühe.
Die vergleichsweise geringe Teilnehmerzahl änderte aber nichts an der guten Stimmung, die bei Radlern und Helfern gleichermaßen herrschte. Die meisten Sportler sind Stammgäste, die sich jedes Jahr wieder auf eine gesellige, wettbewerbsbefreite und entspannte Rundfahrt freuen. Jedes Jahr gibt es vier verschieden lange Runden: Am Samstag entschieden sich viele für die mit 50 Kilometer kürzeste Variante über Irschenberg und Seehamer See zurück nach Au. Für alle anderen galt es zuerst den Samerberg zu überwinden, der schon einen Vorgeschmack auf die noch folgenden Höhenmeter gab, bevor in Sachrang die erste Verpflegungsstation mit Frühstück wartete.
Dann ging es über Oberaudorf und Sudelfeld hinab nach Bayrischzell und zur nächsten Station in Fischbachau. Kurz danach teilte sich die Strecke: Für insgesamt 120 Kilometer ging es über Niklasreuth direkt zurück nach Au. Die 165 Kilometer lange Runde führte bis kurz vor Warngau, dann zum Seehamer See und über den Irschenberg hinab ins Inntal nach Au.
Auf die rund 50 Teilnehmer der Marathonstrecke mit 208 Kilometer und rund 3000 Höhenmetern wartete zum Abschluss noch ein steiler Anstieg zum Spitzingsee, bevor auch sie durchnässt, aber glücklich und zufrieden ins Ziel kamen.