Bauausschuss

Dachdiskussion auch bei Wohngebiet

von Redaktion

Um das Thema „Dachform“ ging es auch bei dem einzigen weiteren Punkt, über den der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung (außer dem Thema „Lichtspielhaus“, wir berichteten) länger diskutierte. Alle anderen Tagesordnungspunkte wurden ohne größere Debatten abgewickelt.

Bad Aibling – Bei der besagten Bauvoranfrage ging es um den Abbruch von Nebenanlagen und den Neubau ei-nes Einfamilienhauses auf einem 1100 Meter großen Grundstück an der Vogelweidstraße, das bereits mit einem Einfamilienhaus bebaut ist.

Geplant ist dort nun ein zweigeschossiges Gebäude mit circa elf auf achteinhalb Metern und einem – bekanntlich von den Aiblinger Kommunalpolitikern wenig geliebten – Flachdach. Diese Dachform war auch der Grund, weshalb der Ausschuss in seiner Augustsitzung die Voranfrage mit 6:5 Stimmen abgelehnt hatte (wir berichteten). Rudolf Hofschneider (SPD) und Florian Weber (Bayernpartei) waren der Auffassung, dass sich die Dachform nicht in die Umgebung einfügen würde. Dieter Bräunlich (ÜWG) konnte sich mit der Planung ebenfalls nicht anfreunden und wies darauf hin, dass in diesem Bereich nur Häuser mit Satteldächern vorhanden seien.

Doch Richard Lechner (SPD) machte seine Kollegen bereits in dieser Sitzung darauf aufmerksam, dass dieses Argument kein Ablehnungsgrund sei. Das sah das Landratsamt Rosenheim in der Folge auch. Die Behörde teilte der Stadt mit, dass man beabsichtige, das von ihr verweigerte Einvernehmen zu ersetzen. Sie regte an, erneut darüber zu beraten und zu entscheiden.

Eingangs der jüngsten Sitzung erläuterte auch Stadtbaumeister Andreas Krämer dem Gremium noch einmal, dass die Dachform hier keine Relevanz im Einfügungsgebot habe. Weber indes blieb bei seiner Haltung. „Wir sollten keinesfalls zustimmen. Eine Ablehnung ist auch politisch sinnvoll, um unserer Meinung Nachdruck zu verleihen.“ Thomas Höllmüller (CSU) pflichtete ihm bei: „Wir haben uns ausdrücklich etwas dabei gedacht, als wir die Anfrage abgelehnt haben. In der Umgebung gibt es weit und breit kein Flachdach.“

Lechner meinte dazu: „Es wäre schön, wenn wir das entscheiden könnten. Aber wir können es eben nicht. Um diese Planung zu verhindern, müsste man schon einen Bebauungsplan für das Gebiet aufstellen.“ Er warnte: „Rechtlich macht es keinen Sinn, hier mit dem Kopf gegen die Wand zu laufen.“

„Dann sind wir doch bloß Papiertiger. Irgendwann haben wir dann eine durchgehende Flachdachlandschaft vom Nordkap bis in den Süden hinunter“, klagte Bräunlich. Nicht so dramatisch sah Heidi Benda (GOL) die Angelegenheit. Sie propagierte für die Vielfalt im Stadtgebiet: „Es muss in den Vierteln nicht immer alles gleich aussehen.“ Dennoch lehnte das Gremium die Voranfrage letztlich mit 8:3 Stimmen ab.

Keine Einwände gab es hingegen bei einer Bauvoranfrage, die den Abbruch einer Wohnanlage und den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage an der Ellmosener Straße vorsieht. Der Neubau soll profilgleich an das südliche Nachbargebäude angebaut werden und entlang der nordwestlichen und nördlichen Grundstücksgrenze verlaufen. Die Tiefgarage wird von der Walterstraße aus erschlossen, während die drei oberirdischen Stellplätze von der Ellmosener Straße aus angefahren werden.

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