500 jahre Reformation

„Buße für jeden, der wahrhaft bereut“

von Redaktion

Nicht Martin Luther und seine 95 Thesen wurden gefeiert, auch nicht die Spaltung der Kirche vor 500 Jahren, sondern allein das Wort Gottes und die Liebe Gottes zu den Menschen. So lautete das Credo in Bruckmühl zum Abschluss des Reformationsjahres.

Bruckmühl – Zelebriert wurde dieser von Pfarrer Harald Höschler (Bruckmühl) und Pfarrer Samuel Fischer (Feldkirchen-Westerham). Mit großer Freude und Dankbarkeit konnte Pfarrer Höschler erstmals auch den katholischen Geistlichen vom Pfarrverband Bruckmühl/Vagen, Pfarrer Stefan Scheifele, zu diesem außergewöhnlichen Gottesdienst willkommen heißen.

Fischer in seiner Predigt: „Jeder Christ“, so Luther in der 36. These, „der seine Sünden aufrichtig bereut, habe den vollkommenen Nachlass von Strafe und Schuld, der ihm auch ohne Ablassbrief gebührt.“ Buße solle der Mensch tun, wenn er einen Fehler gemacht hat.

Aber was ist „Buße“ heutzutage? Können wir das noch? Buße sei, so Pfarrer Fischer, Besserung, Erneuerung – eine Lebenswende hin zum Guten, zu einem Gott, der vergibt – nur sollte man das auch zulassen. Durch die ökumenische Bewegung seit dem 19. Jahrhundert könnten wir heute überkonfessionell offen und unkompliziert miteinander umgehen – ein Geschenk Gottes, das wir dankbar annehmen und pflegen sollten. Das war der Tenor seiner ansprechenden und ergreifenden Predigt.

Die Umrahmung erfolgte durch den Kirchenchor Bruckmühl und Feldkirchen-Westerham unter der Leitung von Kirchenmusikerin Dr. Ines Gnettner. Der Chor interpretierte das Stück: ‚Das ist meine Freude‘ von Enjott Schneider und die Kantate für Chor und Basso continuo von Georg Philipp Telemann ‚Ein feste Burg ist unser Gott‘ mehrstimmig und sehr berührend. Ein Dank gilt auch Oberstleutnant Karl Kriner, Leiter des Bundeswehr-Musikkorps Garmisch-Partenkirchen für das einfühlsame Orgelspiel.

Mit so vielen Gottesdienstbesuchern hatte man offenbar nicht gerechnet, die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Andrang beim Abendmahl dementsprechend war so groß, dass der Wein ausging und Pfarrer Höschler umsichtiger Weise am Altar zweimal Wein nachsegnete. kig

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