Bad Aibling – Mit Gottesdienst und Totenehrung wurde auch in Bad Aibling der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege am Volkstrauertag gedacht. Im Schweigemarsch zogen Vertreter der Stadt und Ortsvereine mit Fahnenabordnung zur Pfarrkirche St. Georg, wo Stadtpfarrer Georg Neumaier die heilige Messe zelebrierte. Umrahmt wurde der Gottesdienst von der Dreder Musi mit Liedern aus der „Deutschen Messe“ von Franz Schubert. Mit Marschmusik ging es dann zum Kriegerdenkmal, wo die Feierstunde mit einem Choral eingeleitet wurde.
Bürgermeister Felix Schwaller ging in seiner Rede auf die Geschichte des Volkstrauertags ein, der 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs vorgeschlagen worden war. Seit 1952 ist er staatlicher Gedenktag zur Erinnerung an die Kriegstaten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. Ebenso erinnerte Schwaller an die beiden Weltkriege und zeichnete die Zeit bis heute nach. Das vereinte Europa, bezeichnete er als richtige Antwort auf die beiden Weltkriege, auch wenn die Situation derzeit schwierig sei.
Auch auf Ängste eingegangen
„Europa ist nicht das Paradies, aber für die Menschen außerhalb Europas ist es dies. Wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen, nicht die Flüchtlinge“, so der Bürgermeister, der auch nicht verhehlte, dass viele Menschen Angst vor Flüchtlingen und Asylbewerbern haben. „Angst gehört mitunter dazu, aber wir sollten vor allem Angst davor haben, dass nach rund 85 Jahren wieder mit ausländerfeindlichen Parolen Wahlerfolge erzielt werden“ , rief er den Teilnehmern an der Gedenkfeier zu.
Für den VdK-Ortsverband Bad Aibling trat dessen Vorsitzende Luise Kirschnick ans Rednerpult. Sie mahnte, auch jene am Volkstrauertag nicht zu vergessen, die wegen ihrer Ideologie, Religion, Rasse oder gar Krankheit verfolgt wurden und ihr Leben lassen mussten. Die 72 Jahre Frieden in Europa bezeichnete sie als Geschenk, erinnerte aber dabei daran, dass es weltweit noch zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen gebe, deren Ende nicht abzusehen sei.
Zum Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“ senkten sich die Vereinsfahnen. Die Vertreter der Stadt, der Veteranen- Soldaten- und Reservistenkameradschaft sowie des VdK legten Kränze vor dem Ehrenmal nieder. Der Salutzug der Gebirgsschützenkompanie ließ unter Führung von Oberleutnant Hermann Bogner drei Schüsse aus den Vorderladern zu Ehren der Kriegsopfer durch die Stadt hallen. uhe