Feldkirchen-Westerham – Geplant ist laut Aussage des Investors die Ansiedlung von Aldi, eines weiteren Lebensmittelmarktes und eines Drogeriefachgeschäfts. Bürgermeister Hans Schaberl erklärte eingangs der Beratungen, dass er den zwischen Westerham und Feldolling geplanten Einkaufsmarkt nicht grundsätzlich verhindern wolle.
Seine massiven Bedenken richten sich vor allem gegen den seiner Meinung nach viel zu hohen Flächenverbrauch. Mit dieser Einschätzung ist Schaberl nicht allein. Auch in den zusammen 22 Stellungnahmen der Ämter, der Träger öffentlicher Belange und privater Adressen werden diese Bedenken öfter moniert. Neben den großen, zur Bebauung vorgesehenen Flächen – es sind mehr als 6000 Quadratmeter – wird auch die zu enge und jetzt schon überlastete Aiblinger Straße als problematisch angesehen.
Von den 22 Gemeinderatsmitgliedern konnte der Bürgermeister keine mehrheitliche Rückendeckung erwarten. Das Stimmenverhältnis „15:8“ hatte bei allen Punkten Bestand, es schien wie festgezurrt zu sein. Dabei waren die bis zu acht Seiten langen Einwände der Stellungnahmen oft schwer durchschaubar, teils juristisch ausgelegt.
Kritisch sieht zum Beispiel der Bauernverband, dass eine so große Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen wird. In fast allen Stellungnahmen wurde die zu enge und verschlissene Aiblinger Straße angeprangert. Die Sicherheit der Fußgänger werde vernachlässigt, der Verkehr werde überproportional zunehmen, der Neubau der „Bahnparallele“ nicht weiter verfolgt. Schaberls mehrmaliger Vorschlag, die für Bebauung und Parken vorgesehenen 6500 Quadratmeter zu reduzieren, fand keine Mehrheit.
Die Fürsprecher des geplanten Einkaufsmarktes – CSU, Pro Bürger, Freie Wähler Feldolling und Vagen – wollen an der Befürwortung festhalten. Diese Entscheidung müsse wegen möglicher Schadensforderungen auch Bestand haben.
Ob der Bürgermeister, die Freien Wähler Gesamtgemeinde, die Grünen und die SPD mit einer Flächenminderung Erfolg haben werden, wird sich zeigen. Der Investor aus Kempten sieht die Vorgänge gelassen, das Vorhaben nicht gefährdet. „Die Mietverträge mit den künftigen Betreibern sind abgeschlossen, die Grundstücke gesichert“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. „Ende 2018 wird eröffnet“ gibt er sich zuversichtlich.me