Derndorf – Nur gelegentlich blicken Besucher in den Filzen auf die Tafel, die eine leidvolle Geschichte andeutet. Unteroffizier Heinrich Thimm, Leutnant Siegwart Graf von Schwerin, Gefreiter Helmut Dahmen sowie die Unteroffiziere Herman Gebhardt und Walter Wittpenn kamen dort zwischen 1943 und 1945 bei Flugzeugabstürzen ums Leben. Zwei von ihnen befinden sich samt ihres Fluggeräts in einem unzugänglichen Bereich in zwölf bis 15 Meter Tiefe im Moor. Bis heute können sie nicht geborgen werden.
Den Volkstrauertag nahm die Kur- und Gästeinformation Bad Feilnbach in Zusammenarbeit mit dem Veteranen- und Kriegerverein Litzldorf zum Anlass, im Rahmen einer geführten Wanderung der Flieger sowie des verstorbenen Kaspar Paul, Mitglied in verschiedenen Ortsvereinen, zu gedenken. Paul hat die unsäglichen Ereignisse dieser Zeit in der malerischen Region um Sulzberg, Farrenpoint und die Filzen- und Moorlandschaft dokumentiert.
Außergewöhnlich gut war die Resonanz der vielen Interessierten, die den Ausführungen von Sebastian Millauer, Vorsitzender des Veteranen- und Kriegervereins, folgten. Betroffenheit und Mitgefühl lösten die inzwischen erneuerten Birkenkreuze mit Inschriften über Alter und Herkunft der tödlich verunfallten Soldaten aus. An der Stelle, wo die beiden 24-jährigen Unteroffiziere Wittpenn und Gebhardt ums Leben kamen, segnete Schorsch Höfer im Auftrag von Pfarrer Ernst Kögler ein im letzten Jahr aufgestelltes Birkenkreuz.
Der Ort, an dem das Flugzeug – eine FW 190 – einschlug, ist nur mit fachkundiger Führung erreichbar. Der Boden ist feucht und weich – typisch für Moore. Die unzugängliche Stelle soll Ruhestätte der Opfer bleiben. pes