Irschenberg – „Jedes einzelne Bild, jede Fotografie und jede Skulptur ist faszinierend und kann uns viel erzählen“, versicherte Klara Wude, Vorsitzende des Kulturkreises Irschenberg. Man müsse die Kunstwerke nur wirken lassen. Wude war wie rund 200 Besucher bei der Vernissage der vierten Irschenberger Kunstausstellung von der Vielfalt der 117 Exponate begeistert. Diese können noch bis Sonntag, 26. November, in der Turnhalle am Dorfplatz besichtigt werden.
Dass ihm die Werke von 40 Künstlern aus den Landkreisen Miesbach und Rosenheim gut gefielen, tat auch Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer kund. „Kultur ist die Angewohnheit, mit dem Besten zufrieden zu sein“, zitierte er den amerikanischen Geistlichen und Schriftsteller Henry van Dyke. Der Bürgermeister lobte das ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde, das sich auch durch die zweijährliche Ausstellung zeige. Die Wichtigkeit der Gemeinschaft für die Werkschau betonte Wude. Diese sei nur durch viele Helfer möglich geworden.
Die Ausstellung ist in die drei Bereiche Fotografie, die zentral gestellten Skulpturen und Gemälde geteilt. Durch die Vielzahl der Exponate und der Künstler ist eine große Menge an Herangehensweisen und Thematiken zu entdecken. Die Realisierung der Bilder reicht von digital bis hin zur analogen Infrarotfotografie. Es finden sich Abbildungen heimischer Fauna und Flora, abstrakte Farbbilder, die Jedlinger Filze in dunstigem Licht, aber auch Darstellungen der berühmten chinesischen Terrakotta-Krieger und Ansichten von Damaskus.
Für ihre Skulpturen haben die Künstler unterschiedlichste Materialien bearbeitet: Glas, Marmor, Stein, Bronze, Eisen und Ton. Dabei beschäftigten sie sich mit mystischen Themen ebenso wie mit dem menschlichen Körper, mal in Form des idealen Torsos, mal mit humoriger Sicht auf Figurprobleme.
Bei den Gemälden sind unter anderem teils sehr exakte, teils verspieltere Stillleben zu sehen. Ansichten der heimatlichen Landschaft inspirierten die Kunstschaffenden ebenso, unter anderem als Kombination der berühmten Kirche von Wilparting mit dem örtlichen McDonalds und Dinzler. Abstrakte Werke mit intensiven Farben ziehen genauso die Blicke auf sich wie Bilder von Vögeln in menschlichem Habitus, die zum Schmunzeln anregen. Unter anderem spielen die Maler mit impressionistischen, kubistischen oder sanft-surrealistischen Klängen.
Die Irschenberger Kunstausstellung ist bis Samstag, 25. November, täglich von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 26. November, von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Jeden Tag treten Musikgruppen auf. Der heutige Dienstag wird umrahmt von Harfenmusik von Ilona Mayr und Helena Nägele (15 bis 17.30 Uhr). Am Mittwoch, 22. November, begeistern Marlene Berchtold und Veronika Stigloher ebenfalls mit Harfenmusik (14 bis 16 Uhr).
Ziach-Musi mit Sepp Gschwendtner steht heute ebenso auf dem Programm wie der Kinder-Workshop von Klara Wude und Angelika Weiß (15 bis 17 Uhr). Kosmopolitisch wird es morgen unter dem Motto „People aus Afrika, Asia, Germania“ mit Sängern, Trommlern und Gitarristen von Iganana und Afasia-Music unter der Leitung von Wiggerl Pschierl (ab 15 Uhr). Der Samstag, 25. November, bietet Jazz und Blues mit Hans Billo am Klavier, Kenny Marschall am Schlagzeug und Sepp Grundbacher am Kontrabass (ab 14 Uhr). Das Vagener Hornquartett lädt zur Matinee am Sonntag, 26. November (10.30 bis 12.30 Uhr). Iganana und Afasia-Music geben sich zum zweiten Mal die Ehre (13 bis 15 Uhr). Die Irschenberger Nachwuchskünstlerinnen Theresa Maier und Marlies Mayr zeichnen ab 13 Uhr mit weiteren Jugendlichen in der Kreativ-Ecke vor Publikum. Um 15 Uhr beginnt die Versteigerung der im Kinder-Workshop entstandenen Kunstwerke. Der Erlös kommt dem Kulturkreis Irschenberg zu Gute. Eintritt frei. maf