Tuntenhausen – Im beleuchteten Schaukasten mit einer Länge von fast zwölf Metern bietet sich für jeden Besucher eine gute Sicht auf die Geschehnisse aus dem Alten und Neuen Testament.
Von der Geburt Jesu bis zu seinem Tode, von Abraham und Isak und bis hin zum Hauptmann von Kapharnaum erzählt die Krippe, die aus der Zeit des Kurfürsten Ferdinand Maria stammt, die biblische Geschichte.
Die Krippe ist über 300 Jahre alt und lag über 100 Jahre auf dem Dachboden des alten Pfarrhofes, bis sie in den 90er-Jahren wiederentdeckt wurde. Seit 1991 sind über 250 restaurierte Figuren sowie nachgebaute Darstellungen zu sehen. Und seit dieser Zeit zeigt Helga Merk die figurenreiche Krippe und erläutert diese.
Aber Helga Merk hat noch viel mehr zu tun, immerhin handelt es sich hier um eine Ganzjahreskrippe: So muss sie unter anderem jede Woche im Ausstellungsraum die Daten des Thermohydrographen auswerten, denn die Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit sind von hoher Bedeutung für die wertvollen Figuren.
Das bestätigt auch Sebastian Westermeier, der Restaurator aus Miesbach. Jedes Jahr schaut er in Tuntenhausen vorbei und begutachtet die Krippe. Stehen alle Figuren noch? Gibt es Defekte an den Gebäuden und Tierfiguren? Wie ist der Allgemeinzustand? Dass dieser gut ist, dafür sorgt schon der Status „Ganzjahreskrippe“. Die Figuren bleiben aufgestellt und werden nicht verändert. So gibt es keine Gefahr von Transport- oder Verpackungsschäden. Auch den Zustand nimmt Westermeier unter die Lupe: „Sauberkeit ist bei so einer Krippe das oberste Gebot“, meint der Restaurator, der auch schon im Nationalmuseum tätig war. Selbst die Beleuchtung wird von ihm inspiziert, der Klimaschreiber gewartet und die Filter ausgetauscht. Um die Kosten braucht sich dabei die Pfarrei aber keine Gedanken machen. „Die übernimmt das Kunstreferat der Erzdiözese München-Freising“, so Westermeier, nach dessen Aussage die Tuntenhausener Krippe eines der großen Höhepunkte der gesamten Diözese darstellt. ws