Bruckmühl – Derzeit führt, von Bruckmühl kommend, der einzige durchgehende Rad- und Gehweg von der Sonnenwiechser Straße beziehungsweise der Wernher-von-Braun-Straße nach Norden bis zum südlichen Bereich der Kompostieranlage. „Hier ist plötzlich, aus unerklärlichen Gründen, Schluss des gut ausgebauten Weges“, beschreibt Josef Richter in seiner Anfrage. Radler oder Fußgänger müssten in diesem Bereich auf die verengte Straße einfahren, die ohnehin sehr stark von Schwerlastverkehr wie Beton-, Kies- und Asphaltfahrzeugen frequentiert sei. „Dieser relativ kurze Straßenbereich, westlich der Kompostieranlage, ist vor allem im Sommerhalbjahr für Radler und Fußgänger als sehr gefährlich anzusehen und sollte baldmöglichst entschärft werden“, appellierte der Bürger.
Sein Vorschlag: eine Verlängerung oder ein Ausbau des Weges um etwa 200 Meter entlang der Kompostieranlage nach Norden. „Sinnvoll wäre des Weiteren eine Verlängerung des Weges nach Norden um weitere 200 Meter bis zum dortigen kleinen Pkw-Parkplatz“, erläuterte Richter. Denn ab dort seien die Wege zum Freitzeitgelände im Westen und Norden „sehr gut“.
Grundbesitz nicht
in Gemeindehand
Richters Namensvetter – „aber nicht verwandt oder verschwägert“ –, Bürgermeister Richard Richter, hob hervor, dass der Bürgerwunsch von Seiten der Verwaltung „sehr gut nachvollziehbar, sinnvoll und wünschenswert“ ist. Aber: Seit November 2014 sei die Gemeinde in Gesprächen mit dem Landkreis Rosenheim. Denn diesem sowie einem Privatbesitzer gehören die betreffenden beiden Grundstücke. „Der benötigte Grunderwerb ist nicht unproblematisch zu lösen. Relativ großer Flächenverbrauch, die Versetzung von Anlagen der Kompostieranlage sowie eines Grundwassermesspegels sowie etwaige Altlasten im Grundstück sind zu berücksichtigen“, so der Rathauschef. Der Landkreis stehe aber einem Grundstücksverkauf grundsätzlich positiv gegenüber.
Wie berichtet, hat die Marktgemeinde in den vergangenen Jahren erhebliche Grundstücksflächen im Kiesgrubengelände erworben oder langfristig gepachtet. Seither gibt es in der Verwaltung Überlegungen, dem Marktgemeinderat eine Überarbeitung des Rekultivierungsbereiches vorzuschlagen, um die nunmehr verfügbaren potenziellen Naherholungsflächen in ein Gesamtkonzept einzubetten.
In der Überplanung des Kiesgrubengeländes soll auch eine in sich schlüssige Rad- und Fußwegeplanung im Kiesgrubengelände enthalten sein. Bis dato wurde aber zugunsten des Gesamtkonzeptes die Verlängerung des Radweges zurückgestellt, „da unter Umständen eine Fortführung des Radwegs nach Osten, abgehend vom derzeit endenden Radweg, denkbar scheint“. Der Vorschlag von Josef Richter soll laut Bürgermeister Mitbestandteil der Überplanung des Areals werden.
Ist diese erfolgt, könnte auch das Kiesgrubengelände eine Station auf der traditionellen Bürgermeisterradltour werden. Die diesjährige, 20 Kilometer lange Strecke, die rund 150 Teilnehmer absolvierten, erwähnte Richter ebenso in seinem Rückblick wie den wiedereingeführten Georgiritt in Holzham, die Sportlerehrungen und Vereinsjubiläen.
Neben personellen Wechseln im Gemeinderat – Konrad Hammerl rückte für Michael Bernpaintner nach – hob Richter den Erfolg des „Ü70“-Seniorentaxis für Bürger hervor. Die Kommune bezuschusst jede Fahrt (je nach Strecke) mit 9,50 beziehungsweise 14,50 Euro. Die individuelle Buchung hat sich gegenüber der zunächst anvisierten Sammelbuslinie durchgesetzt (wir berichteten).
Die aktuelle Neuerung, dass auch Fahrten zu Fachärzten in Bad Aibling aufgenommen wurden, erwähnte der Bürgermeister ebenso wie die erfolgte Erweiterung der Staatlichen Realschule Bruckmühl für 8,6 Millionen Euro. Die Bildungsstätte ist ihm zufolge ein „Bestseller“.
Viele Schüler kommen nach Bruckmühl – auch aus den Nachbargemeinden –, sodass zwei Klassenräume mindestens noch im Schuljahr 2017/2018 in mobilen Pavillons untergebracht sein müssen. „Eine zusätzliche fünfte und eine weitere siebte Klasse waren zum damaligen Zeitpunkt nicht absehbar“, freute sich Richter über die Beliebtheit der Realschule.