Ausschuss für Stadtentwicklung, Gesamtverkehrsplanung und Umwelt

Keine Einbahnregelung am Hofberg

von Redaktion

Eine Absage erteilte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Gesamtverkehrsplanung und Umwelt in seiner jüngsten Sitzung einer Einbahnregelung für die Straße am Hofberg. „Wir sehen hier keinen Bedarf, den Verkehr anders als bisher zu regeln“, so der Tenor des Gremiums.

Bad Aibling – Vorgeschlagen hatte die Änderung für das Straßenstück vom Parkplatz am Hofberg bis zur Adalbert-Stifter-Straße die Stadtverwaltung. Sie sah hier Änderungsbedarf. Denn: „Diese Verbindungsstraße hat eine Länge von circa 90 Meter und weist gerade mal eine Gesamtfahrbahnbreite von 2,70 Metern – stellenweise auch weniger – auf“, erläuterte Martin Haas, in der Verwaltung für den Bereich Verkehrsrecht zuständig.

Auf diesen 90 Metern sei ein Begegnungsverkehr aufgrund der geringen Fahrbahnbreite unmöglich. „Immer wieder kommt es in diesem Abschnitt zu schwierigen Begegnungen von Fahrzeugen, die einen Autofahrer rückwärts die Straße entlang zwingen“, so Haas. Er betonte, dass solch gefährliche Situationen durch eine Einbahnstraßenregelung vermieden werden können.

Rudolf Hofschneider (SPD) wies jedoch darauf hin, dass diese Regelung für die Bewohner von zwei Häusern an dem Straßenstück sehr ungünstig wäre. Sie müssten im Falle einer Einbahnregelung Umwege in Kauf nehmen. Er schlug stattdessen eine Regelung vor, die das Befahren der Straße nur für Anlieger erlaubt. Dies umzusetzen bezeichnete Haas allerdings als rechtlich problematisch.

„Anlieger

mit einbinden“

Als „absolut positiv“ angesichts der „totalen Engstellen“ bezeichnete Dieter Bräunlich (ÜWG) den Vorschlag der Verwaltung. Er wollte aber wissen, ob die Anwohner der besagten Häuser mit eingebunden sind. „Bis jetzt noch nicht“, lautete die Antwort. In den Augen von Johann Schweiger (CSU) ist eine Einbahnregelung noch nicht der Weisheit letzter Schluss. „Bevor wir mit Kanonen auf Spatzen schießen, sollten wir erst mal mit den Anliegern reden, ob die Situation wirklich so dramatisch ist.“

Auch Wilhelm Bothar (ÖDP) meinte: „Ich habe nicht den Eindruck, dass auf der Straße allzu viel Verkehr herrsch. Wegen ein paar Autos, die dort fahren, sollte man nicht die Anwohner durch eine Neureglung benachteiligen.“ Zwar handle es sich hier natürlich nicht um eine Hauptverkehrsstraße, jedoch sei gerade dieses Teilstück schlecht einsehbar und es komme Beobachtungen zufolge immer wieder zu den erwähnten schwierigen Situationen im Gegenverkehr, erklärte Haas. Die Problematik vermochte Richard Lechner (SPD) nicht nachzuvollziehen. „Ich habe 18 Jahre am Hofberg gearbeitet und bin oft auf dieser Straße gefahren. Dabei sind mir vielleicht zwei oder drei Autos entgegengekommen. Auf einmal soll´s nicht mehr gehen? Das ist mir ein Rätsel.“

„Gut gemeint,

aber kein Bedarf“

Auf dem verkehrsberuhigten Straßenstück gelte Schrittgeschwindigkeit und jeder, der dort fahre, kenne die Situation. Lechner bat darum, von einer Neuregelung Abstand zu nehmen: „Es ist gut gemeint, aber hier sehe ich keinen Bedarf. Die großen und breiten Autos wie SUVs müssen halt dann die andere Seite benutzen.“ Zudem gebe es im Stadtgebiet andere Probleme, bemerkte Lechner im Hinblick auf die Pflasterung zwischen der Straße „An der Waage“ und dem Ratholdus-steig: „Man sollte sich mal einen Rollator im nahegelegenen Pflegeheim ausleihen und ausprobieren, wie uneben es dort ist.“

Letztlich war sich der Ausschuss einig, die Angelegenheit nicht weiterzuverfolgen: „Es gibt keinen Regelungsbedarf“, hieß es.

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