Bad Feilnbach – „Mit Freude haben Vertreter unserer Konfessionen erkannt, wie sehr das, was uns verbindet, weit größer ist als das, was uns trennt“, stellte der evangelische Pfarrer Andreas Strauß fest. Sein katholischer Kollege Ernst Kögler ergänzte: „Wir kommen mit der Freude am Evangelium und dem Bedauern über die Spaltung.“
Das gemeinsame Gedenken dürfe Freude und Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, müsse aber auch Raum geben, an Versagen und Verletzungen zu erinnern, legten Bernd Heß und Hans-Jürgen Monden in einem Dialog dar. Im 16. Jahrhundert und auch zu späteren Zeiten hätten Katholiken und Protestanten ihre Gegner nicht nur missverstanden, sondern deren Meinung falsch dargestellt und sie lächerlich gemacht.
Dieser Verstoß gegen das 8. Gebot – falsch Zeugnis abzulegen wider den Nächsten – habe die Glaubwürdigkeit des Evangeliums schwer beschädigt und Konsequenzen bis in die Gegenwart. Heß und Monden unterstrichen andererseits die Bedeutung der Taufe als verbindendes Element aller Christen.
Das Bekenntnis „Jesus ist das Fundament – auf ihm gründet unser Glaube“ leitete die Dialogpredigt der beiden Pfarrer ein. Es sei schön, wenn man in der Kirche diskutiere, soziale Aktionen plane und Friedensprojekte durchführe, erläuterte Kögler. Die entscheidende Frage aber sei, ob man Gottesdienst zur eigenen Erbauung feiere oder zum Lob Gottes.
Mit Blick auf die Einheit der Konfessionen stellte der katholische Geistliche Kögler fest: „Soweit wir kommen konnten, sind wir gekommen.“
Aber theologisch habe man Grenzen erreicht. Er nannte in diesem Zusammenhang unter anderem die Eucharistie und die heilige Messe, das Amtsverständnis in Bezug auf die Geistlichen und die Heiligenverehrung. Diese gravierenden Unterschiede könne man mit menschlichen Mitteln lösen, bekräftigte Kögler.
Leider müsse man feststellen, dass es neue Stolpersteine für die Ökumene gebe, fuhr Pfarrer Strauß fort und nannte die Ehe für alle, die Abtreibung und den Embryonenschutz sowie die Gender-Strömungen als Beispiele. Das alles solle aber kein Hindernis sein, Jesus Christus und sein Evangelium gemeinsam zu bezeugen. Etwa durch Alpha-Kurse, ökumenische Gottesdienste, Weltgebetstage, Kinderbibelwochen und anderes. Wenn Christus das Zentrum sei, so ein Fazit der Predigt, wachse man aufeinander zu, lebe man Einheit auch in Verschiedenheit.
Kirchenmusikdirektor Andreas Hellfritsch sorgte für den musikalischen Teil des Gottesdienstes, in dem das Lutherlied „Ein feste Burg“ nicht fehlte. Die Kollekte kommt der Organisation „Open Doors“ und der Unterstützung verfolgter Christen zugute.sl