Opernbühne Bad Aibling

Mit „La clemenza di Tito“ ins Jahr 2018

von Redaktion

Nach eingehenden Beratungen steht es nun fest: Der Verein „Opernbühne Bad Aibling“ bringt im kommenden Jahr „La clemenza di Tito“ von Wolfgang Amadeus Mozart zu Aufführung. Spielort ist wieder die Reithalle Maxlrain.

Bad Aibling – Zu einer Reihe von Vorbesprechungen für die Opernaufführungen der nächsten drei Jahre trafen sich die Verantwortlichen der Opernbühne Bad Aibling. Mit dabei waren der Vorsitzende des Vereins, James Barnes, seine Ehefrau Margret Kahnt-Barnes, der musikalische Leiter Richard van Schoor, Regisseur Michael Stacheder, Chorleiter Hubert Dobl, Zweiter Vorsitzender Werner Böhm und die Vorstandsmitglieder Michaela Reinel, Dennis Willis und Ute Bößwetter.

In der ersten Sitzung lagen zahlreiche Vorschläge auf dem Tisch, die auf ihre Durchführbarkeit hin geprüft wurden. Der musikalische Leiter und der Regisseur sollten nach Anfangsüberlegungen die Realisierung für gut machbar halten. Dazu müssen die finanziellen Möglichkeiten ausgelotet werden. Zudem geht es um die Anzahl der Solisten und den Umfang des Orchesters, die Größe und Form der Bühne. Und nicht das Unwesentlichste: Die Oper muss Partien für einen gemischten Chor aufweisen.

Für 2018 ist nun Mozarts „La clemenza di Tito“ vorgesehen, ein Werk, das Richard van Schoor „schon längst einmal auf die Bühne bringen wollte“. Und es sei nach dem „Liebestrank“ von heuer eine neue Herausforderung für alle. Das Stück enthält eingängige, wunderschöne Arien – „anspruchsvoll, weil so glasklar“, ergänzte Margret Kahnt-Barnes.

Zum Inhalt: Inmitten bösartiger Intrigen, in denen sogar sein Jugendfreund nach Titos Leben trachtet, bewahrt der Herrscher die Tugend der Großmut, der Milde. Denn „La clemenza“ bedeutet zu deutsch Milde, Nachsicht. Zwar ist der Herrscher Titus eine historische Gestalt, aber die in Mozarts Version gelebte Großmut basiert nicht auf geschichtlichen Fakten. In seiner Oper hingegen rühmen schließlich alle den Edelmut ihres Herrschers.

Mit dem Chor- und Sextettgesang am Ende des Werkes, „O welche Großmut! Du Edler, wer kann sich mit Dir vergleichen!“, glaubte der junge Komponist, dem Kaiser Leopold bei seiner Krönung zum König von Böhmen ein Denkmal setzen zu können. Die Auftragsarbeit wurde im September 1791 – im Todesjahr Mozarts – uraufgeführt. Musik und Libretto halten eine hohe Spannung bis zum Ende. Es gelingt Mozart in dieser Opera Seria erneut, lebendige Menschenbilder darzustellen, denn der Komponist war immer dem Menschlichen auf der Spur.

Bei der dritten Besprechung legte Regisseur Michael Stacheder bereits Gedanken zur Inszenierung vor. Er wisse noch nicht genau, in welcher Zeit er das Werk verorten wolle, denn die Handlung sei zu allen Zeiten möglich. Er möchte die psychologische Ebene, die der Oper innewohnt, herausarbeiten. „Alle menschlichen Empfindungen kommen vor: Ehre, Liebe, Reue, aber auch Macht, Krieg, Rache. Die Figuren – auch die negativen – haben alle etwas Verwundbares. So hat Tito zum Beispiel die Angst zu versagen“, erläutert der Regisseur.

Ende Januar werden die Solistenrollen ausgeschrieben. Ab Mitte März beginnen die Chorproben, Anfang Juni die szenischen Proben und ab 12. Mai der Bühnenaufbau. Die Aufführungstermine liegen wieder in der zweiten Julihälfte. Zwei früh beginnende Sonntagstermine sind erneut eingeplant. Die genauen Daten werden im Frühjahr bekannt gegeben.

Und da man dieses Mal auf Anregung von James Barnes drei Jahre im Voraus planen möchte: Im Jubiläumsjahr 2019 führt die Opernbühne Bad Aibling Georg Friedrich Händels Opernwerk „Semele“ auf und für 2020 stehen „The Rake´s Progress“ von Igor Strawinsky oder „Die Italienerin in Algier“ von Gioachino Rossini zur Diskussion.

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