Marktgemeinderat Bruckmühl

Zwei E-Tankstellen und eine Radl-Aktion

von Redaktion

252000 Euro will die Marktgemeinde Bruckmühl im kommenden Jahr in die Bereiche „Energie und Wasserversorgung“ investieren. Neben einer Fotovoltaikanlage stehen hier E-Tankstellen, ein Solarkataster sowie eine spezielle Radl-Aktion auf der Agenda.

Bruckmühl – Vorberaten im Arbeitskreis „Energie“ sorgten einige Punkte bei diesem Haushaltsposten dennoch für Beratungsbedarf. So beantragte Josef Staudt (SPD/ÜWG) eingangs der Diskussion in der jüngsten Gemeinderatssitzung sogleich eine Verdopplung des Ansatzes für die anvisierte Fotovoltaikanlage auf einer kommunalen Liegenschaft: „Statt 100000 sollten wir hier 200000 Euro in die Hand nehmen und die Anlage noch größer auslegen.“

Er untermauerte dies mit einer Gegenrechnung der Strompreiskosten in Bezug zu einer Amortisierung der Investitionskosten auf 20 Jahre. Denn Staudt zufolge zieht die Kläranlage, auf deren Dach oder dem der Schule die Anlage montiert werden soll, für 145000 Euro Strom.

Wenn man die Möglichkeit habe, eine Reinvestition garantiert zu bekommen, „wie ich das der Rechnung von Staudt entnehme“, dann sollte man die Chance auch ergreifen, urteilte Stefan Mager (Grüne) über den Antrag.

Florian Nierle (CSU) hingegen wollte den Posten nicht unnötig aufgeblasen wissen. „Erst wenn der Strombedarf abzuschätzen ist, kann auch die Anlage entsprechend ausgelegt werden“, fand er. Dem hielt Staudt entgegen: „Der Verbrauch ist bekannt, die anvisierte 100-Kilowatt-Anlage ist jetzt schon geschluckt.“

Fotovoltaikanlage erhitzte die Gemüter

Prinzipiell für die stete Erweiterung von Dachflächen für Fotovoltaik sprachen sich Michael Stahuber und Bartholomäus Krapichler (beide CSU/PW) aus. Sie wollten aber den Ansatz von 100000 Euro vorerst belassen. Dass man sich nichts vergebe, wenn man die verdoppelte Summe in den Etat einstelle, betonte Konrad Hammerl (SPD/ÜWG): „Das heißt ja nicht, dass wir das Geld auch ausgeben müssen.“

Robert Plank und Bürgermeister Richard Richter wollten wegen des Antrags nicht die bereits stattgefundene Projektierung „neu aufrollen“. Der Antrag von Staudt scheiterte letztlich bei 9:12 Stimmen. Es bleibt bei 100000 Euro für eine Fotovoltaikanlage.

In Sachen E-Tankstellen will die Kommune ebenfalls aufrüsten. So ist neben einer Einrichtung am Rathaus für 11000 Euro eine Schnellladesäule am Nahversorgungszentrum geplant. Kostenpunkt hierfür: 35000 Euro. „Für die Anlage am Rathaus gibt es eine Zusage auf Fördergelder. Es laufen gerade die Vergaben dafür, da die Rathaus-E-Tankstelle ein Überhang von heuer ist“, so Anna Heimgartner, Leiterin des Aufgabenbereichs „Energie und Umwelt“.

Wegen Großbaustelle:

Bürger sollen aufs Rad

Die energetische Überprüfung der Heufelder Turnhalle wiederum ist mit 5000 Euro veranschlagt. Für automatische Heizkörper-Regler im Rathaus sind 1000 Euro sowie für ein Solarkataster 2000 Euro vorgesehen. Energieberatung, Veranstaltungen auf diesem Sektor et cetera schlagen mit 5000 Euro zu Buche.

Angesichts der bevorstehenden Großbaustelle „Mangfallbrücke“ mit einhergehenden Umleitungen ab Januar (wir berichteten) soll auch eine besondere Aktion für Radfahrer ins Leben gerufen werden. 10000 Euro werden hierfür bereitgestellt. Die gleiche Summe ist auch für das Projekt „Carsharing E-Mobil“ vorgesehen. Dieses Euregio-Projekt (Auto mit geteilter Nutzung) ist laut Richter gescheitert. Der Landkreis Rosenheim plant hier nun ein eigenes Projekt ins Leben zu rufen und da werden wir dann dabei sein“, so der Rathauschef.

In den Bereich „Energie“ fallen zwar auch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED (50000 Euro) sowie der Kauf eines E-Autos für das Wasserwerk (40000 Euro). Diese Posten sind allerdings in anderen Haushaltsstellen auszuweisen (Bericht folgt). Bei zwei Gegenstimmen wurde der Etat gebilligt.

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