Bad Aibling – Gruselige Geister, die umherspuken, ein nörgelnder alter Vater, der seine Kinder nicht zum Spielen gehen lassen will, eine alte Frau mit einem wertvollen Diamanten – all die genannten Personen sind keine Actionfiguren eines neuen Computerspiels, sondern die Protagonisten in den Erzählungen des Geschichtenerzählers Jim Wingate, der jetzt in der Wilhelm-Leibl-Realschule zu Gast war.
Der in Wales lebende schottische „Storyteller“ trat bereits in mehreren Schulen in Bayern auf und gab in Bad Aibling zum ersten Mal den Schülern der fünften und sechsten Jahrgangsstufe seine Geschichten zum Besten. Das Besondere daran: Alle Erzählungen wurden ohne deutsche Übersetzung in englischer Sprache aufgeführt. Doch mit Wingates Mischung aus Schauspielerei und Spannung war es für jeden der jungen Teilnehmer möglich, den Geschichten mühelos zu folgen.
Schüler und Lehrer standen dabei selbst als Akteure im Mittelpunkt der Geschichten, die von Wingate viel Hingabe und gestischer Untermalung erzählt wurden. In seiner Berufung als Geschichtenerzähler steht der Schotte dabei in einer langen Tradition. Bereits in keltischer Zeit wurden Geschichten mündlich an die nächste Generation weitergegeben. Am Ende der 45-minütigen Geschichtenstunde standen staunende und fröhliche Kindergesichter.