Feldkirchen-Westerham – Seit mehr als einem Jahr beschäftigt die Fläche die Ratsmitglieder (wir berichteten). In Feldkirchen-Westerham steht, wie auch in anderen Gemeinden, das Schlagwort „bezahlbarer Wohnraum“ im Mittelpunkt von Diskussionen. Dieser sei „immer knapp“, findet Bürgermeister Hans Schaberl. Der demographische Wandel stellt Kommunen zudem vor die Aufgabe, für barrierefreie Häuser zu sorgen. Beides soll nun in dem neuen Bauprojekt östlich des Rathauses verbunden werden. Vorstellbar ist auch ein Generationenhaus.
Über die Verwirklichung der Pläne soll Anfang des kommenden Jahres der Gemeinderats beschließen. „Ich hätte das gerne noch im alten Jahr gemacht“, sagt der Bürgermeister gegenüber unserer Zeitung. Die Kommune habe bereits mögliche Investoren angeschrieben, die den Bau der Häuser übernehmen könnten. Aber es seien zunächst wenige Antworten in der Gemeinde eingegangen. „Die brauchen auch ein bisserl Zeit“, zeigt sich Schaberl verständnisvoll.
Obwohl die Form der Bebauung auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Areal noch unklar ist, scheinen einige Eckpunkte schon festzustehen. „Es soll ein Geschossbau werden, ungefähr drei Stockwerke“, sagt Schaberl, laut eigener Aussage ein Freund des in-die-Höhe-Bauens. Auch eine Tiefgarage könnte er sich vorstellen, oder eine Kinderkrippe.
Einziehen sollen alle Generationen können – „wie an der Ollinger Straße“. Also Senioren und Familien, die in der Gemeinde bleiben wollen, aber auch Singles. Auch für Menschen, die in Feldkirchen-Westerham arbeiten, möchte Schaberl Wohnraum bieten – um lange Pendelei zu vermeiden. „Alles, was spazierenfährt, ist schlecht.“
Über die Kriterien bezahlbar, barrierefrei und mehrere Generationen unter einem Dach gibt es kaum Meinungsverschiedenheiten. Bei einem anderen Thema dagegen sehr wohl. Denn es ist noch nicht sicher, wer als Bauherr auf der bislang gemeindeeigenen Wiese fungieren wird: Investoren, die Gemeinde oder beide. „Ich persönlich würde die Fläche veräußern“, gibt Schaberl zu. Es gebe im Gemeinderat zwei Auffassungen, erklärt er: „Die einen meinen, wir sollten mehr selber bauen, die anderen, dass wir die Wiese so gut verkaufen, wie es geht.“
Die erste Meinung vertritt zum Beispiel die SPD-Fraktion im Feldkirchen-Westerhamer Gemeinderat. Sie will die Fläche zum einen im Besitz der Kommune halten. Zweitens sollen entweder die Gemeinde oder aber gemeinnützige Gesellschaften die Entscheidungen treffen, was dort passiert. Aus dem Ortsverein der Partei kommt außerdem die Anregung, einen Teil der Wohnungen für die Pflegeeinrichtungen des Orts – das Seniorenzentrum und das Haus Antonius – zu reservieren.
Auch dieser Streitpunkt wird erst im kommenden Jahr entschieden. Schaberl hat jedenfalls bereits Pläne, wie er eventuelle Einnahmen einsetzen möchte: „sachbezogen“, für weiteren bezahlbaren Wohnungsraum. Diese Idee komme auch im Gemeinderat gut an. „Wir wollen das für die Bürger hernehmen.“