Zehn Jahre „Raygun Rebels“

Von Bad Aibling auf die Bühnen der Welt

von Redaktion

Vom Keller des TSV Hohenthann-Beyharting und dem Aiblinger Jugendtreff „Stellwerk“ aus eroberten sie die Konzertbühnen der Welt: Die „Raygun Rebels“ standen schon mit Größen der Musikszene wie Bon Jovi-Gitarrist Richie Sambora, Molly Hatchet oder „Iron Butterfly“ im Rampenlicht. Wir sprachen mit Sänger und Gitarrist Daniel Schunko („Danny Raygun“).

Als Lokalmatadore kennt man euch hier in der Region ebenso wie als weit gereiste Musiker. Aber vor zehn Jahren habt Ihr erst mal klein angefangen.

Dominik Fuchs alias Dom Raygun und ich hatten vor der Gründung 2007 schon die erste Banderfahrung mit „Rat in the Hat“. Zusammen mit Bassist Rasso Wagner wurde kurzerhand der „Random 4“-Schlagzeuger Flick Rick – Florian Neumeier – angeheuert und innerhalb des ersten Monats der erste Gig organisiert. Wir waren Anfang 20 und rockten zunächst im Keller des TSV Hohenthann-Beyharting. Anfangs griffen wir auf Coverversionen von bekannten Rockbands zurück. Doch das Ziel war klar: Eigene Songs mussten her. Und so tingelten wir das erste Jahr mit mehr und mehr eigenen Songs im Gepäck durch den Landkreis Rosenheim, so lange, bis es hieß: „Die Raygun Rebels spielen überall, wo es eine Steckdose gibt.“ Unseren ersten Gig bestritten wir übrigens noch als „Rapidfire Raygun Rebels“.

Spielt Ihr heute noch in Originalbesetzung?

Nicht ganz. Im zweiten Bandjahr trennte sich die Band im Guten von Bassist Rasso Wagner und hielt sich ein Jahr mit Aushilfsbassisten über Wasser. Erst mit Pelle Ericson alias Marinus Schmid, der ebenfalls von Flick Ricks alter Band „Random 4“ abgeworben wurde, hat alles richtig gepasst und so ist die Band seit 2010 unverändert.

Wie kam es dann zu euren internationalen Auftritten?

2009 haben wir das Album „Bring me Home“ in Eigenregie aufgenommen und mithilfe des Labels „Deathtone Heavy Productions“ herausgebracht. Mit der CD konnten wir schon erste überegionale Auftritte ergattern.

Und wie habt ihr es bis zum Sunset Strip in den USA geschafft?

Natürlich muss man sich die nötigen Connections erst mal aufbauen und auch die Clubs davon überzeugen, dass wir gut genug sind, um dort zu spielen. Bereits 2008 haben wir mit einer Band aus Los Angeles, „Elegantly Wasted“, gespielt. Mit deren Hilfe quasi vor Ort und unserem damaligen Management sind wir an die Gigs gekommen. Wir spielten in Los Angeles unter anderem im „Viper Room“ und dem weltberühmten „Whisky a Go Go“ am legendären Sunset Strip. Das war bestimmt eine der coolsten Locations, die wir je bespielen durften. Zu wissen, dass alle großen Rockbands von Led Zeppelin über „Guns N‘Roses“ dort aufgetreten sind, ist schon irgendwie unbeschreiblich.

Seither wart ihr auch viel auf Tour?

2012 stand die erste große Europa-Tour zusammen mit der New Yorker Band „Sex Slaves“ an. Über drei Wochen ging es durch Deutschland, Österreich, Italien, Schweden, Belgien und die Schweiz. Das war eine ganz spezielle Erfahrung. Wir fuhren mit neun Leuten in einem prall gefüllten Van bis zu sieben Stunden täglich, um von Show zu Show zu kommen. Die auf dieser Tour gewonnenen Freunde und Kontakte haben wir über die Jahre weiter ausgebaut. So sind heute auch kleinere Touren in die verschiedensten europäischen Länder aus unserem Tourkalender nicht mehr wegzudenken.

Auch mit berühmten Showgrößen seid ihr aufgetreten?

Ja, wir haben die Bühne schon mit bekannten Künstlern wie „Iron Butterfly“ oder Richie Sambora, dem Gitarristen von Bon Jovi, geteilt. Sambora wählte uns im Zuge eines „Local Artist Contests“ aus, um auf seiner „Aftermath of the Lowdown“-Solotour 2014 gemeinsam einen Song im Münchener Kesselhaus zu performen. Wir hatten ja das unglaubliche Glück, schon mit einigen coolen Leuten die Bühne zu teilen. Aber neben Gitarrenlegende Richie Sambora zu stehen und in das gleiche Mikrofon zu singen, war auf jeden Fall ein Traum, der in Erfüllung ging.

Eines der aufregendsten Erlebnisse aber hattet ihr ausgerechnet in der Heimat?

Das war bei der Release-Party zu unserem zweiten Album „Pistoleros from outer Space“, die im Oktober 2016 im Kunstwerk Bruckmühl stattfand. Da waren wir einer Bombendrohung ausgesetzt. Das war verrückt. Wir dachten erst, es handelt sich um einen Scherz. Das komplette Gebäude musste evakuiert und mit Sprengstoffhunden durchsucht werden. Wir hatten Glück, dass die Leute mit uns auf dem Parkplatz weitergefeiert haben. Und nach einer Stunde ging’s dann Gott sei Dank weiter.

Stichwort Heimat: Ihr habt auch eine enge Beziehung zur Jugendinitiative Mangfalltal, der JiM. Woher rührt das?

Stimmt. Wir spielen zwar in ganz Europa, aber wenn die JiM ruft, dann sind wir eigentlich stets zur Stelle. Wir sind schon immer gerne in den früheren Jugendtreff „Stellwerk“ gegangen – ob nun, um selber zu spielen, anderen Bands zuzusehen oder einfach einen gemütlichen Abend zu haben. So gab und gibt es immer wieder Auftritte in JiM’s Bergwerk oder auf Veranstaltungen, die die JiM organisiert. Dazu zählen „Rockin‘ X-Mas“, die Bühne am Bürgerfest oder das frühere SORF- und heutige Indie-Base-Festival. Die JiM hat uns von Anfang an unterstützt. Dort haben wir eigentlich unsere ersten Bühnenerfahrungen sammeln dürfen. Leider werden Clubs wie JiM’s Bergwerk immer seltener und es wird für kleinere Bands immer schwieriger, Auftrittsmöglichkeiten zu finden. Allein deshalb muss so etwas, so gut es geht, unterstützt werden. Interview: Eva Lagler

Morgen wird gefeiert

Im Münchener Rockclub „Garage Deluxe“ werden zum zehnjährigen Bestehen der „Raygun Rebels“ am morgigen Samstag die Korken knallen. Für ihr dortiges Konzert versprechen die Musiker aus dem Mangfalltal auch den ein oder anderen „Special Guest“. Unter anderem gibt es ein Stück mit dem ersten Bassisten Rasso Wagner, Nummern, die die Band schon sehr lange nicht mehr gespielt hat, sowie die Premiere eines neuen Liedes („Memory Lane“).

Mit dabei ist auch die Band „The Lemongrass Principle“ aus Heufeld. Sie wird für die eher härteren Töne sorgen. Mit Spannung wird zudem der erste öffentliche Auftritt der Band „Maytree“ mit den Aiblinger Musikern Simon Pater („Group Therapy“) und Paul Schmitz (Ex-„Vait“) erwartet. Nach den Auftritten wird zur Musik der Regensburger Kult-DJane „Shake“ weitergefeiert.

Der für das Konzert organisierte Shuttle-Bus ist zwar schon ausgebucht, aber es gibt noch Karten an der Abendkasse. Einlass in die „Garage Deluxe“ an der Friedenstraße 10 ist um 20 Uhr. Das Konzert beginnt um 20.30 Uhr.

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