Bad Aibling – „So bitter die Schließung der Geburtshilfe an der Klinik Bad Aibling ist, die Sicherheit für Mutter und Kind muss an erster Stelle stehen.“ Das erklärte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml hinsichtlich einer an sie gerichteten Resolution, in der der Aiblinger Stadtrat im Juli dieses Jahres den Erhalt der Geburtsstation gefordert hatte (wir berichteten).
Deren Schließung Mitte August bezeichnete Huml als verständlich vor dem Hintergrund, dass die Versorgung mit Beleghebammen nicht mehr hinreichend sichergestellt gewesen sei – zumal der Weiterbetrieb auch aus Sicht der Klinikverantwortlichen aus medizinischen Gründen nicht mehr verantwortbar gewesen sei.
„Kapazitäten vorhanden“
Die Ministerin verweist in ihrem Antwortschreiben darauf, dass die stationäre Versorgung der Gebärenden trotz der Schließung in Bad Aibling sichergestellt bleibe, „da am Romed Klinikum Rosenheim und an der Romed- Klinik Wasserburg ausreichend Kapazitäten vorhanden sind“. Zugleich bat sie die Aiblinger Kommunalpolitiker um Verständnis, dass für die bayerische Staatsregierung beziehungsweise für das Gesundheitsministerium „keine Möglichkeit zur steuernden Einflussnahme besteht, da die Sicherstellung der stationären Versorgung nach der Bayerischen Landkreisordnung allein den Landkreisen obliegt.“
Wie Landrat Wolfgang Berthaler und die Klinikleitung jetzt aktuell zu der Thematik gegenüber den OVB-Heimatzeitungen verlauten ließen, wird die Station (siehe Seite 12) geschlossen bleiben. Das sah auch Bürgermeister Felix Schwaller in der jüngsten Stadtratssitzung schon so, als er Humls Brief verlas und bekannte: „Das ist eine bittere Pille, wenn in Bad Aibling keine Aiblinger mehr geboren werden.“ Das Hauptproblem sieht das Stadtoberhaupt in dem Mangel an Gynäkologen, die in der Geburtshilfe tätig sind. „Und deshalb sehen auch die Hebammen keine Zukunft mehr“, bedauerte er.el