Zum Bericht „Geteiltes Dorf befürchtet“ im Lokalteil:
Ich teile die Meinung nur bedingt, dass es eine „breite Zustimmung der Bevölkerung“ zur Umgehungsstraße in Feldkirchen geben sollte. Denn dies sind ja „nur“ die Gemeindeteile wie Feldkirchen, Westerham, Feldolling, Aschbach/Altenburg und Ast, die jeden Tag unter dem Stau auf der Staatsstraße zu leiden haben.
Erfreulich ist die Tatsache, dass die „Dringlichkeit“ nach vorne gerückt wurde. Die Vertreter des Landkreises beziehungsweise der Regierung sehen die Umgehung wohl als wichtig an. Unsere Gemeinderäte wohl nicht, denn nur so kann ich mir deren zögerliche Haltung zum Thema Umgehung erklären. Was für ein Geschenk ist eine Umgehungsstraße, wenn sie zu 80 Prozent von höherer Stelle finanziert wird und der Ort ein neues Gesicht erhalten würde – Stichwort Neugestaltung/Ntzung des Dorfplatzes, die beim momentanen Verkehr sinnlos wäre.
Das Argument der „Teilung“ der beiden nie zusammengewachsenen Gemeindeteile Feldkirchen und Westerham erschließt sich mir ebenfalls nicht, denn geteilt wird der Ort ja auch durch den natürlichen Fluss der Mangfall, aber auch durch die Zuggleise und Schranken. Diese Ortschaften werden zu verwaltungstechnische Großgemeinden zusammengelegt. Dadurch entsteht noch lange keine „gemeinsame Identität“ oder ein homogener Ort.
Der hohe Flächenbedarf dieses Großprojektes lässt sich sicher nicht wegdiskutieren. Der Großteil der Flächen sind jedoch optisch unattraktive Monokulturen, die bedauerlicherweise (fast) keinem Wildtier eine Heimat bieten, sowie kaum Artenvielfalt enthalten.
Die Ruhe, die unglaubliche Erhöhung der Lebensqualität für die Anwohner, die Reduzierung von Feinstaub und Abgasen im Ort, die Möglichkeit den Ortskern (Dorfplatz) dann wirklich sinnvoll zu beleben, all dies sind in meinen Augen Argumente, die die Nachteile des Projektes wie Flächenversiegelung bei Weitem überwiegen.
Rasso Braun
Feldkirchen