Hans-Jürgen Doetsch, neuer Gastdirigent der Musikkapelle Kiefersfelden

Glanzvolles Cäcilienkonzert

von Redaktion

Der musikalische Höhepunkt der Musikkapelle Kiefersfelden ist das Cäcilienkonzert, dessen Premiere in der Schulturnhalle wieder ein voller Erfolg war. Schon eine Stunde vor Beginn des Konzerts verkürzte das Jugendorchester den vielen Zuhörern die Wartezeit.


Kiefersfelden
– Nach zackigem Auftakt mit dem Marsch „Regimentskinder“ von Julius Fucik, dirigiert von Hans Glas, übergab dieser den Taktstock an den neuen Gastdirigenten der Musikkapelle Kiefersfelden, Hans-Jürgen Doetsch aus Oberaudorf, der dieses Amt vor zwei Monaten von Josef Pirchmoser übernommen hatte.

Dieser Dirigentenwechsel versprach nicht nur neue Klänge, sondern auch höchst anspruchsvolle musikalische Arrangements, auf die die vielen Besucher sichtlich gespannt waren. Und sie wurden nicht enttäuscht. „Donner und Blitz“ (Johann Strauss) entluden sich musikalisch in der Schulturnhalle, furios, voluminös und doch klanglich rein legte die Blaskapelle, meisterhaft geführt von dem neuen Dirigenten, ein atemberaubendes Tempo vor. Eine Hommage an den Walzerkönig Johann Strauss war auch die Ouvertüre aus der Operette „Die Fledermaus“, die sich wie ein wohliger orchestraler Schauer über die dicht gefüllten Stuhlreihen legte. Von gleichem Niveau war eine musikalische Skizze aus der Oper „Tosca“, die deutlich gelassener daher kam, getragen von feinen hellen Tönen und musikalisch sehr anspruchsvoll, genauso wie die Uraufführung des Arrangements und der Komposition von Hans-Jürgen Doetsch „Der Ehrenkapellmeister“.

Mit dem „Florentinermarsch“ verband sich auch ein musikalischer Stabwechsel, Doetsch übergab an den Jubilar des Abends, Hans Bichler, der seit 60 Jahren, darunter viele Jahre als Dirigent, der Musikkapelle Kiefersfelden angehört. Eindrucksvoll stellte er unter Beweis, dass er nichts verlernt hat. Beschwingt und taktfest folgten die Kieferer Musiker seinen Vorgaben.

Vor der Pause stellte Rudolf Erhard die Feierlichkeiten rund um das 400. Jubiläum des Volkstheaters Ritterschauspiele Kiefersfelden im kommenden Jahr vor. Mit der musikalischen Fantasie „Von Rittern und Helden“, eigens zu diesem Anlass vom ehemaligen Dirigenten der Musikkapelle Kiefersfelden komponiert, gesanglich begleitet vom Chor der Ritterschauspiele und dirigiert von Hans Glas, setzte die Musikkapelle Kiefersfelden den wohltönenden Akzent dazu. Ein monumentales Stück, bei dem sich der Zuhörer in einen Rittersaal versetzt fühlt. Geschützt von dicken Mauern konnte man sich bei diesem musikalischen Tongemälde von Josef Pirchmoser schon jetzt in das kommende dramatische Geschehen auf der Bühne hineinversetzen.

Im zweiten Teil des musikalischen Abends dominierten die von Doetsch eigens für die Cäcilienkonzerte arrangierten und teils auch selbst komponierten Werke. Mit dem Marschlied „Wer recht in Freuden wandern will“ wurde ein musikalischer Ausflug durch Europa eingeleitet, der über Spanien, Frankreich und Italien bis nach Böhmen führte. Getragen von der Beschwingtheit des Frühlings, den schwülen Nächten des Sommers, den bunten Farben des Herbstes und dem erfrischenden Weiß des Winters erklangen bekannte und auch weniger populäre Stücke in neuem musikalischen Gewande.

Ein völlig anderes musikalisches Fenster tat sich beim Evergreen „Begin the Beguine“ von Musiklegende Cole Porter auf, bei dem sich Streicher, Bläser, Trommler und Gitarristen zu einem ansprechenden instrumentalen Feuerwerk vereinigten.

Auch die weihnachtlichen Klänge von „White Christmas“ fehlten nicht. Dem Weihnachts-Medley mit Glocken, Trompeten, Schlagzeug und Gitarren folgte der „Kaiserin-Sissi-Marsch“, der noch einmal das außergewöhnliche musikalische Potenzial der Musikkapelle offenbarte. Der lang anhaltende Applaus ließ die Musiker nicht ohne eine Zugabe, die „Mondnacht“, von der Bühne. hko

Cäcilienkonzert

Das letzte Cäcilienkonzert in diesem Jahr findet am Samstag, 9. Dezember, um 19 Uhr in der Schulturnhalle statt. Karten gibt es in der Kaiser-Reich-Information in Kiefersfelden unter Telefon 08033/ 976545 und in den München-Ticket-Vorverkaufsstellen.

Artikel 1 von 11