Feldkirchen-Westerham – Die Schutzschicht auf dem Beton innerhalb des linken der beiden Wasserspeicher haftet nicht fest genug, der Beton selbst ist teilweise dünn und nicht ausreichend druckfest. All das stellte sich erst im Laufe der Arbeiten an den rund 40 Jahre alten Behältern heraus.
Damit kein Wasser in Wände und Boden dringt, muss nun eine weitere, 25 Millimeter dicke Schicht aufgetragen werden. Denn sonst könnte der Stahl im Beton rosten und dieser stellenweise abspringen. Rund 800000 Euro hatte die Gemeinde ursprünglich für die gesamte Sanierung eingeplant. Nun ist mit rund 45000 Euro mehr zu rechnen.
„Laut Ingenieurbüro, ist die Nachbesserung dringend erforderlich“, erklärte Bauverwaltungsleiter Hermann Weber. Spätestens Ende März müssen die zwei 500-Kubikmeter-Behälter wieder intakt sein – rechtzeitig vor der Garten- und Badesaison. Damit die Ausbesserungen möglichst schnell vorangehen, hat der Bürgermeister den Auftrag daher bereits vorab vergeben. Nun informierte er das Gremium.
Ob die Auskleidung des Behälters bereits angegriffen sei, wollte Christiane Noisternig (CSU) wissen. Das Ingenieurbüro habe dies geprüft, gab Schaberl Auskunft. „Sie sagen, es geht. Sonst hätten wir den Behälter abbrechen müssen.“ Georg Schnitzenbaumer (FW Vagen) machte stutzig, dass die Mängel bisher nicht aufgefallen sind. „Das ist erst nach und nach aufgekommen“, sagte Schaberl, „es wäre keiner auf die Idee gekommen, dass man so schlecht bauen kann.“ Seit Mitte des Jahres läuft die Sanierung der beiden Behälter am Perchaer Berg. Aus ihrem Speicher werden rund 5000 Verbraucher versorgt.
Erst mit einer von zwei Kammern begonnen
Ursprünglich plante die Gemeinde nur, Schäden durch den Betrieb zu reparieren (wir berichteten): So gab es Probleme mit der Sicherheit und der Abdichtung der Lüftungsrohre, Feuchtigkeitsspuren im Rohrkeller sowie Missstände bei der Hygiene. Bisher wurden die Speicher gegen Wetter und Wurzeln abgedichtet und es wurde mit der Sanierung der linken Kammer begonnen.
Ob es weitere Probleme gibt, wird sich erst im Laufe der Renovierung zeigen. Wieder in Betrieb sollen die zwei Behälter Ende August gehen. Dann sind laut Planung des Ingenieurbüros auch die Arbeiten am Gelände und im Rohrkeller beendet. Und die Anlage am Perchaer Berg soll für die nächsten 30 Jahre gerüstet sein.
Eine andere Baustelle geht indes gut voran: das Haus an der Ollinger Straße, mit dem die Gemeinde für bezahlbaren Wohnraum sorgen will (wir berichteten). Das Dach sei gedeckt, die Fenster eingefügt und Innenputz sowie Trockenbau seien begonnen, hieß es. „Die Kosten sind sowohl für die Ollinger Straße als auch für das zweite Gebäude an der Ludwig-Thoma-Straße im Rahmen“, stellte Weber fest. Das Gremium vergab in der Sitzung einige Arbeiten (siehe Kasten).
Wegen der Auswahl der Firmen für Projekte der Kommune sei er angesprochen worden, sagte Klaus Samstl (Pro Bürger). Er wollte wissen, ob immer auch örtliche Firmen, die für eine Ausschreibung in Frage kämen, angeschrieben würden. Davon könne man ausgehen, war Webers Replik. Allerdings „würde es nicht schaden“, ihn auch direkt anzurufen und den Hut für Aufgaben in den Ring zu werfen.
Ferner wird die Entsorgung ihres Klärschlamms für die Gemeinde teurer. Grund ist eine Änderung der Klärschlammverordnung auf Bundesebene. Die Kosten steigen für Feldkirchen-Westerham dadurch von 62 auf 68,50 Euro pro Tonne. Der Bauausschuss hatte dem in nichtöffentlicher Sitzung bereits zugestimmt. In der jüngsten öffentlichen Zusammenkunft des Gremiums gab Schaberl den Entscheid bekannt.
Schließlich beschloss der Ausschuss noch einen vorzeitigen Beginn der Maßnahmen zum Hochwasserschutz im Bereich „In der Leiten“ im Nordosten von Feldkirchen. Die Verwaltung soll nun die entsprechenden Förderanträge stellen. An der Stelle geht es unter anderem darum, dass das Wasser des Feldkirchener Bachs im Fall einer Flut zurückgehalten werden kann. Dafür sollen Dämme aufgeschüttet und das Fassungsvermögen der Rückhalteflächen „In der Leiten“ und westlich von Feldkirchen um 190000 Kubikmeter erhöht werden (wir berichteten).