Zum Bericht „Nun also doch eine komplett neue Schule?“ im Lokalteil:
Erinnert man sich eigentlich noch, wie die Stadträte der Mehrheitsfraktion die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, als der einheimische Architekt seinen Sanierungsentwurf (circa acht Millionen Euro) für das St.-Georgs-Schulgebäude vortrug? Dann kam, dem Flötenspieler aus Hameln gleich, ein Sanierer, der den ersten Sanierungsplan verunglimpfte und einen angeblich besseren für 27 Millionen Euro dem Stadtrat schmackhaft machen konnte.
Die Vorstellung war visionär für ein Schulgebäude, das die nächsten 20 Jahre (O-Ton Obel) den pädagogischen Ansprüchen standhalten würde. Dass unter anderem der modernde Altbau in seinem Sanierungskonzept erhalten blieb, übersah man geflissentlich. Nach langer Überplanung nun doch ein Neubau.
„Warum nicht ins Schulzentrum damit?“, fragt sich eine Vielzahl von Beobachtern der Schulsituation. Ist der Begriff „Synergieeffekte“ hier schon verwendet worden? Könnte man nicht die Bebauungsgrenze, diesmal für ein Schulgrundstück, wieder nach Westen verschieben? Könnte das frei werdende Schulgrundstück nach Abriss zur Finanzierung vermarktet werden? Oh! Da erschrickt ein CSU-Stadtrat über die sehr schlichte Gestalt des Neubaus. Welche Anstrengungen muss sich ein Planer auch noch machen, wenn er ohne Ausschreibung eines Wettbewerbs einen 30-Millionen-Auftrag in der Tasche trägt? Konkurrenz würde die Planung beleben.
Vielleicht hätten die Stadträte, die so aufopfernd um das Hallenbad gekämpft haben, auch ein Lehrschwimmbecken bei dem Preis erhalten. Warum haben die bedingungslos zugestimmt?
Lobenswert bleibt, dass an Unterrichts- und Bildungsqualität nicht gespart werden soll. Ist eigentlich bei den 30 Millionen Euro ein Kostenplan für die Ausstattung enthalten? Was darf, bitte, noch auf den Weihnachtswunschzettel?
Gerhard Göhring
Bad Aibling