Rätsel, Bräuche, Erinnerungen

von Redaktion

Der Kreis der freien Autoren um Gerhard Elmauer veranstaltete im Gasthaus „Zum goldenen Tal“ in Naring eine heitere bis besinnliche „Gredt-und-glust“- Lesung zum Advent.


Altlandkreis/Naring
– Die Autoren erzählten reihum Geschichten über die Zeit vor Weihnachten. Zwischen den Wortbeiträgen spielten die Geschwister Georg und Maria Kellerer aus Heufeld auf Ziach und Klarinette.

Mit einem Lausbuben beschäftigte sich Christa Kummert aus Bruckmühl. Eine Oma ermahnte in ihrer Erzählung ihren Enkel angesichts des bevorstehenden Nikolausbesuchs, seine Streiche sein zu lassen. Denn der heilige Mann sieht alles. Um „de Weihnachtsganserl“ ging es dagegen bei Marion Kellner aus Bad Tölz. Durch ihr eindringliches Geschnatter hat ein Gänsepaar einen Einbruch bei ihrem Bauern verhindert. Durch diese Tat blieb ihnen an Weihnachten der Weg in die Bratröhre erspart.

Rosi Vogl aus Riedering schlug einen ganz anderen Weg ein und brachte ein Adventsrätsel zu Gehör. Durch ihre anschauliche Beschreibung war die Lösung nicht schwer. Es handelte sich um selbst gebackene Plätzchen und Lebkuchen. Siegfried Sperber aus Kolbermoor versetzte seine Zuhörer im Anschluss in eine besondere Stimmung und weckte Erinnerungen an den Duft von Orangen, Glühwein und gebrannten Mandeln. Er rezitierte ein anrührendes Gedicht über einen Christkindlmarkt, den der Großvater mit seinem Enkel besucht.

Helma Lechner aus Bruckmühl hatte die Geschichte vom „Simmerl seinem Weihnachten“ dabei. Dieser macht sich an Heiligabend von seinem Einödhof auf den Weg ins Tal zur Christmette. In der noch dunklen, leeren Kirche ist der Christbaum gerichtet und das Kripperl beleuchtet. Andächtig steht Simmerl davor und singt „Stille Nacht“. Als andere Kirchenbesucher ausbleiben, wird Simmerl jedoch klar, dass erst der 23. Dezember ist. Aber den tief empfundenen Weihnachtsfrieden kann ihm keiner mehr nehmen.

„Des oide Jahr is müad, es mecht geh!“, meinte Emma Thaler aus Derndorf in ihrem Beitrag. Das alte Jahr ziehe ein Resümee, sage „jetzt schleich i mi“ und mache Platz für ein neues Jahr. Alles, was gut und schön sei, solle das neue haben, aber Krankheit und Leid unten halten.

Maria Elmauer aus Feldkirchen schließlich erzählte von den Heiligen und den Bräuchen im Advent. Angefangen von der Andreasnacht, am 30. November streifte sie den Barbaratag am 4. Dezember, den Tag der heiligen Luzia am 13. Dezember und die Thomasnacht am 21. Dezember mit ihren Orakeln.

Die „Gredt-und-glust“-Bücher sind bei den Autoren und Gerhard Elmauer, Telefon 08063/5644, erhältlich.

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