Bad Aibling – Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Bad Aibling muss nach der Schließung des Hallenbades Prantseck (wir berichteten) auswärtige Trainingsmöglichkeiten nutzen. „Deshalb fahren wir jede Woche am Sonntag nach Bad Endorf, um im Hallenbad der Bundespolizei unser Training zu absolvieren“, schildert Vorsitzende Elisabeth Geßner in ihrem Schreiben an die Stadt.
Sie bat die Stadt Bad Aibling um einen Zuschuss von 3000 Euro, um die höheren Aufwendungen einigermaßen abzufangen. Im aktuellen Haushaltsplan sind Mittel in Höhe von 150000 Euro im Topf „Förderung des Sports“ eingeplant. Heuer wurde der Institution – rückwirkend für 2016 – eine Sportbetriebsförderung in Höhe von rund 730 Euro gewährt. Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat der DLRG zur Förderung der Rettungsschwimmausbildung für 2016 ebenfalls einen Betrag in Höhe von rund 730 Euro bewilligt.
Geßner, Vorsitzende und CSU-Stadträtin, betonte auf Nachfrage aus dem Ausschuss, dass die DLRG-Mitglieder den Eintritt in das Hallenbad der Bundespolizei in Bad Endorf selbst zahlen. „Hier geht es um einen reinen Fahrtkostenzuschuss“, so Geßner. Einstimmig genehmigte das Gremium daraufhin den einmaligen Zuschuss an die DLRG in Höhe von 3000 Euro.
Für Diskussionsbedarf sorgte indes der Zuschussantrag der Wasserwacht Bad Aibling im BRK für deren Jugendarbeit. Nicht der Fakt an sich sorgte für Wortbeiträge, sondern die Tatsache, dass man den Landkreis Rosenheim in der Pflicht sah, hier auch Gelder fließen zu lassen. „Denn Rettungsdienste sind Landkreissache“, betonte auch Schwaller.
Die Wasserwachtler benötigen das Geld für die Jugendarbeit, insbesondere die Ausbildung der Ortsgruppe sowie das Jugendtraining und für die Wettbewerbsmannschaft. Beantragt waren 10000 Euro. „Fürs Schwimmtraining in Rosenheim wird das Geld benötigt. Eine dritte Bahn soll im Freitagstraining sowie am Samstag zugebucht werden“, schlüsselte der Bürgermeister dem Gremium auf.
Die Ausgaben für die Schwimmbadkosten im Klepperbad Rosenheim werden sich auf circa 15000 Euro (rund 13900 Euro in 2016) belaufen. Dieser Summe stehen etwa 15800 Euro an Mitgliedsbeiträge im Jahr 2017 (aktuell 774 Mitglieder, davon 160 aktiv) als Einnahmen gegenüber. „Das würde bedeuten, dass die Beiträge nahezu komplett für die Badbelegung aufgebraucht werden müssten“, so Schwaller.
Hintergrund: Bei den Rettungsschwimmkursen ergaben sich aus einem Seminar zehn neue Rettungsschwimmer in 2015 sowie aus drei Kursen 40 neue Rettungsschwimmer – allein in diesem Jahr. Auch beim Kinder- und Jugendtraining seien stetig wachsende Zahlen zu verzeichnen.
Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Bad Aibling der Wasserwacht für die Jugendarbeit (Aufrechterhaltung des Schwimmtrainings nach Schließung des Hallenbades Prantseck) einen Zuschuss in Höhe von 5500 Euro gewährt.
Im aktuellen Haushaltsplan sind laut Kämmerei 6000 Euro für die Wasserwachtler eingeplant. „Wir sollten bei dieser Summe auch bleiben“, betonte Markus Stigloher (CSU). Ihm missfiel, dass die Kommune die Kosten allein tragen soll. „Schließlich liegt es nicht an uns, dass die Fahrten nach Rosenheim zum Training erfolgen. Der Landkreis weigert sich das Aiblinger Sportbad zu unterstützten“, monierte Stigloher. Er sprach sich dafür aus, dass die Wasserwacht beim Landkreis vorstellig werden und einen Zuschuss beantragen soll.
Florian Weber (BP) sprach sich grundsätzlich für die gute Sache von DLRG und Wasserwacht aus. Auch deren Unterstützung stehe außer Frage. „Doch wir müssen bei den Großprojekten einsparen, um uns Zuschüsse wie diese auch weiterhin leisten zu können“, betonte er einmal mehr.
Rosemarie Matheis (ÜWG) wiederum erkundigte sich nach Vergleichsmöglichkeiten zwischen DLRG und Wasserwacht, um keine ungerechte Unterstützung zu billigen. „Dies ist nicht möglich. Andere Mitgliederbeiträge, einmal Fahrtkostenzuschuss und einmal Mieten für Bahnen im Schwimmbad“, zählte der Bürgermeister die Unterschiede auf. Richard Lechner (SPD) ergänzte hierzu, dass die DLRG in den vergangenen Jahren keinen Zuschussantrag gestellt habe. Bei den 730 Euro handle sich um die allgemeine Sportförderung.
Rudi Gebhart (ÜWG) befürwortete indes die beantragten 10000 Euro für die Wasserwacht: Man dürfe die Kosten für die Bahnen und den zusätzlichen Aufwand nicht unterschätzen.
Bei zwei Gegenstimmen aber blieb es bei den 6000 Euro. Dem Beschluss wurde die Empfehlung, einen Zuschuss beim Landkreis Rosenheim zu beantragen, hinzugefügt. Außerdem brachte Sepp Glaser (SPD) vor: „Sollte es ohne die zusätzlichen 4000 Euro zu Problemen bei der Wasserwacht kommen, kann die Institution ja noch einmal bei uns vorstellig werden.“