Viel zu tun hatten die Mitarbeiter in der „Leitstelle“ in Eisenbartling.
Altlandkreis – Geschwindigkeit, das Zusammenspiel der rund 600 Rettungskräfte aber auch, aus Fehlern zu lernen, war das Ziel bei der Übung des MKT (siehe auch Sonderseite 18). In insgesamt 26 Szenarien hatten die Einsatzkräfte die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten zu trainieren. Oft liefen mehrere parallel ab.
Geprobt wurden unterschiedlichste Einsatzkonzepte des Rettungsdienstes und Katastrophenschutzes im Zusammenspiel mit Behörden und Organisationen. Die Helfer – unter anderem von Polizei, Wasserwacht, Feuerwehr und Rettungsdiensten – waren dabei verschiedensten Herausforderungen ausgesetzt: vom Verkehrsunfall bis zum Großbrand, von lebensbedrohlichen Einsatzlagen der Polizei bis hin zu Wasserrettungseinsätzen, von Alarmierungen wegen häuslicher Gewalt und Wohnungsaufbrüchen bis zu Flugzeugabsturz und Geiselnahme. Rund 40 Schauspieler stellten dabei Verletzte dar.
So mussten bei einem Brand in den Lagerhallen eines Industriebetriebs in Tuntenhausen 15 Vermisste evakuiert werden. Schwieriger für die Helfer wurde dies dadurch, dass es starke Rauch. und Qualmentwicklung gab. Feuer war auch in einem weiteren Einsatz im Kindergarten Hohenthann ausgebrochen. Ein Monteur hatte dort laut Szenario eine Verpuffung ausgelöst. Die zahlreichen Kinder, die sich noch im Gebäude befanden, wurden per Drehleiter über das Dach herausgeholt. „Glimpflich“ ging darüber hinaus ein „Notfall auf dem Höglinger Weiher aus. Dort sollte die Wasserwacht ein brennendes Boot löschen und die zwei Insassen an Land holen – was gelang.
Im Hauptquartier auf dem MHW-Gelände in Eisenbartling waren für die Übung extra ein Hilfskrankenhaus und eine Leitstelle eingerichtet worden. Grund: Es wurde dieses Mal die gesamte „Rettungskette“ simuliert. Denn die Evaluation der Übung „Techno 2017“ hatte ergeben, dass es ernorm wichtig ist, Patienten schnellstmöglich ins Krankenhaus zu bringen. Die Leitstelle hob Übungsleiter Bernhard Grau besonders heraus. Diese war von Hautberuflichen der Münchner Leitstelle besetzt.
Neben den Einsatzkräften waren gut zwei Dutzend Beobachter angereist, darunter der Leiter der Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten Dr. Florian Herrmann, Münchens Landrat Christoph Göbel und Landtagsabgeordneter Otto Lederer. Dieser betonte die Wichtigkeit solcher Übungen, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Er stellte außerdem das – oft ehrenamtliche – Engagement der Einsatzkräfte heraus.
„Wenn Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst in stressigen Einsatzlagen aufeinander treffen, muss vieles organisiert und strukturiert werden. Ohne regelmäßige Übungen entsteht Chaos“, so Robert Schmitts Bilanz. „Als absolut sinnvoll“ sah auch Markus Bachmaier von der Münchner Polizei das Zusammenspiel der Rettungskräfte, insbesondere der Arbeits- und Führungsebene. Schmitt lobte darüber hinaus das gute Miteinander mit den Bürgern. Zuschauer aus der Bevölkerung hätten die Anschaulichkeit solcher Übungen gelobt. ws